The Jeremy Days Acoustic Group – EP#1
Hamburgs Indie-Darlings The Jeremy Days releasen als Acoustic-Group-Trio ihr Studiodebüt „EP#1“ – als Vinyl-Exclusive, das für ihre Fans auf der bevorstehenden Band-Herbsttour zu bekommen ist. Darauf vier Tracks, die dank weniger cineastischer Kniffe eine erstaunliche Bandbreite aufweisen. Gern mehr davon, liebe J’Days!
Es ist die Platte, die den hanseatischen Indie-Helden eigentlich auf ihrem Karriere-Peak zugestanden hätte: Irgendwann gut Anfang der Neunziger, beim Musiksender MTV. Unplugged, entblößt bis zum musikalischen Kern. Aber es ist nie zu spät für irgendwas – vor allem nicht, wenn man solche Songs schreibt wie die Jeremy Days.

Dirk Darmstaedter
Nachträgliche Meilensteine
Deswegen haben Leadgitarrist Jörn Heilbut, Schlagzeuger Stefan Rager und Dirk Darmstaedter (Vocals und Akustikgitarre) diesen musikalischen Meilenstein jetzt einfach in etwas kleinerem Stil auf ihrer „EP#1“ nachgeholt – ähnlich wie im vergangenen Jahr mit dem wunderbaren „Live At WDR Rockpalast“-Longplayer (hier geht’s zu meinem Review).
Vier Lieder haben es auf die Mini-LP geschafft – allesamt kommen sie in zwar intimen, auf akustischen Strukturen fußenden und zurückgenommenen Arrangements daher – und weisen dabei dennoch eine dynamische Bandbreite auf. Die nachdenklichen „What The Wind’s Blowin‘ Round“ und „Clouds Of Maine“ vom zweiten J’Days-Album „Circushead“, ein energetisches „Loved“ von „Speakeasy“ aus dem Jahr 1992 und das in jeder Version brillante „The Deep Dark Night“ vom letzten Band-Longplayer „Beauty In Broken“ (2022). Der dem Vinyl beiliegende Download-Code für die digitale Bandcamp-Version schaltet zudem noch einen tollen Bonustrack der LP „Punk By Numbers“ frei.

Stefan Rager
Beach-Boys-Cover-Vibes
Vorgetragen werden die Lieder mit emotionaler Ehrlichkeit von Dirk Darmstaedters zwar gereifter, dennoch mit jugendlichem Charme daherkommender Stimme, die angenehm im Zentrum des Mixes steht. Den Takt im Maschinenraum der Jeremy Days Acoustic Group schlägt Stefan Rager an Drums/Percussions und gelegentlich auch am Xylophon. Veredelt wird der Unplugged-Sound des Trios vom virtuosen Jörn Heilbut an den Saiten – ob auf einer seiner Gitarren oder auf der entzückenden Mandoline. Und aus diesen musikalischen Zutaten entsteht eine Rezeptur von wohliger Melancholie, passend zur bevorstehenden herbstlichen Jahreszeit. Obgleich die drei Musiker mit ihren Outfits auf dem Cover-Artwork von „EP#1“ noch eher sympathisch-sommerliche Beach-Boys-Vibes versprühen.

Jörn Heilbut
Tournee ab Oktober 2026
Wer sich selbst ein Bild von den Unplugged-Skills der Jeremy Days machen möchte, hat schon ab Oktober Gelegenheit dazu. Dann tourt das Acoustic-Trio samt Hits, Klassikern, B-Sides, Deep Cuts und Hidden Gems aus der bewegten Bandhistorie durch acht deutsche Städte, unter denen sich neben dem Schlusskonzert in ihrer Heimatstadt Hamburg auch kleinere Orte wie zum Tournee-Auftakt in Nordhorn befinden.
Für 2027 haben die J’Days übrigens schon Full-Band-Shows angekündigt – ergänzt um den angestammten Bassisten Stefan „Eddy“ Endrigkeit und einen noch zu findenden Keyboarder, da das in Los Angeles lebende Gründungsmitglied Louis Oberländer kürzlich seinen Ausstieg aus der Band verkündete. „Wir haben es so weit geschafft und durften das machen, was wir am meisten geliebt haben“, richtete der Fotograf und Schauspieler auf dem offiziellen Bandkanal zum Abschied in aller Freundschaft wertschätzende Worte an seine Kollegen, „How fucking amazing is that.“
Das war’s, liebe J’Days. Und wird es hoffentlich auch noch für lange Zeit bleiben.
Live Images by Sven Klein

Band: The Jeremy Days Acoustic Group
Album: EP#1
VÖ: 03.10.2026
Label: Self Release
