Stina Holmquist – Düsseldorf, Areal Böhler (12.06.2026)

Der Musikgarten in Düsseldorf geht in die nächste Runde. Auf dem Areal Böhler in Meerbusch begeistert Stina Holmquist bei einer Live-Session für den YouTube-Musikblog Apeiron das Publikum.

Stina Holmquist gehört zu den spannendsten heimischen Künstler*innen. Mit ihrer Mischung aus elektronisch angehauchtem Indie und unverkennbaren Pop-Elementen konnte die sympathische Musikerin bereits einige Achtungserfolge verbuchen. Neben Festivalauftritten beim renommierten Orange Blossom Special oder dem Juicy Beats wurde Holmquist auch als „Beste Newcomerin“ für den PopNRW-Preis nominiert.

Das Konzept des Musikgartens ist schnell erklärt: Von Juni bis September 2026 finden acht kuratierte und aufwendig inszenierte Konzerte auf dem Areal Böhler statt – drinnen im Gebäude 9 und draußen im Böhler Park. Kuration und Produktion verantwortet die Innovations- und Eventagentur Kultur & Vergnügen. Mit einem einheitlichen Ticketpreis von 15 Euro pro Konzert setzt die Agentur ein bewusstes Statement: Hochwertige Live-Kultur soll für möglichst viele Menschen zugänglich bleiben.

Beim Konzert von Stina Holmquist sitzt das Publikum im Halbkreis um eine ebenerdige Bühne und wird freundlicherweise mit Freigetränken aus einem im hinteren Teil des Konzertraums versorgt. Irgendwo zwischen Industrie-Chic und dem Gefühl, nicht ganz verstanden zu haben, was hier eigentlich gerade passiert, bin ich zunächst etwas irritiert.

Schlussendlich finde ich die Location auf dem Areal Böhler dann doch ziemlich passend, und die Idee, dort eine Live-Session aufzunehmen, ausgesprochen reizvoll. Auch meine anfänglichen Bedenken, dass der Sound aufgrund von viel Beton und Glasfenstern, hohen Decken sowie vergleichsweise wenig Publikum etwas schwierig werden könnte, zerstreuen sich bereits beim Intro. Die drei Musiker, die Holmquist begleiten, beherrschen ihre Instrumente ebenso wie die technischen Anforderungen. Zudem bekommt jeder Musiker ausreichend Raum zur Entfaltung. Die Sängerin selbst wirkt dabei zurückhaltend, weiß aber jederzeit genau, was sie tut – was bei der Fülle an großartigen Songs auch wenig überrascht.

Fotos: Chris Berens (Danke)

„I Don’t Call You Home Anymore“ ist einer dieser Songs, der nahezu perfekt dargeboten wird und den ich wirklich extrem mag. Auch die neueren Stücke der 2025 erschienenen EP „If All My Hopes Find Answers“ gefallen mir ausgesprochen gut. Einzig das Publikum irritiert ein wenig. Offenbar ist nicht jede*r mit den Songs vertraut. Das ist einerseits schön, spricht es doch für ein neugieriges und musikinteressiertes Publikum des Musikgartens. Andererseits will der berühmte Funke nicht vollständig überspringen.

Mir persönlich ist das ehrlich gesagt egal. Ich bin Fan und genieße die intime Atmosphäre. Kurz vor Ende des knapp einstündigen Sets spielen die vier Musiker*innen noch „Lovesong“ von The Cure. Eine sehr passende Coverversion, die dem Abend und der Band sehr gut steht. Bereits kurz nach 21 Uhr sitze ich zufrieden im Auto auf dem Weg nach Hause. Ich habe das Gefühl, dass dies nicht mein letzter Besuch beim Musikgarten 2026 gewesen sein wird. Dafür ist das Konzept schlicht eine zu schöne Abwechslung zu den altbekannten Venues der Stadt und das Konzert von Stina Holmquist ein viel zu guter Start.