Hollow Horse – The Memory Palace
Glasgows vorzügliche, leicht in Vergessenheit geratenen Indie-Sophistipopper Hollow Horse bringen mit „The Memory Palace“ auf dem sympathischen deutschen Independent-Label Bureau Platiruma ihr sechstes Album heraus, mit dem sie ihre kleine musikalische Wiederauferstehung von vor gut einem Jahr auf bezaubernde Weise fortsetzen.

Hollow Horse by Alan McCormack
Erzählerische Tiefe
Produziert wurde der Longplayer abermals von Bandmember und Ex-China-Crisis-Keyboarder Brian McNeil, der den organischen Sound der schottischen Formation, die 1984 von Frontmann Kenny Little als Kunststudent gegründet wurde, mit feinem Gespür in Szene setzt.
Little begibt sich auf „The Memory Palace“ buchstäblich auf die Suche nach Erinnerungen und entdeckt dabei, dass sich hinter einzelnen Gedächtnisschnipseln bisweilen ein ganzes Universum verbergen kann. So entstanden zehn Songs von erzählerischer Tiefe, Intimität und Selbstreflexion.
Piano und samtige Bläser
Es sind Lieder, die unsere Herzen und Seelen dieser in jeder Hinsicht oft trüben Tage wohlig wärmen und all die Attribute vereinen, die dem Sophistipop, der in den frühen Achtziger-Jahren aus schottischem New Wave und der New-Romantic-Bewegung entstand und zu dessen wohl berühmtesten Artists Prefab Sprout, Danny Wilson und Aztec Camera zählen, seit jeher zugeschrieben werden: eine Menge Gefühl, malerische Lyrics und klangliche Eleganz.
Standout-Tracks sind die das Album vorab ankündigende Single „Matters Of The Heart“ mit dem hinreißenden Gesang Suzanne Enterkin-Kellys und einem verführerischem Saxophon-Solo, das mit anmutigen Querflöten-Klängen untermalte „Us Begins With You“, ein an die ikonischen Briten The Beautiful South erinnerndes und vom Piano begleitetes „My Obsession“ sowie „Forgive“ als herausragendes Gesangsduett zwischen Little und Enterkin-Kelly mit samtigem Bläser-Satz.
Dank für neu erblühte Liebe
Kleines, dennoch feines Gimmick der Platte: Sebastian Voss, Labelboss von Bureau Platiruma, fungiert auf Intro und Outro von „The Memory Palace“ als eine Art Conférencier, der die Besuchenden beziehungsweise die Zuhörerschaft höflich darum bittet, den Ort des musikalischen Geschehens zu betreten und samt unvergesslichen Erinnerungen wieder zu verlassen – und zwar in deutscher Sprache.
Laut Hollow-Horse-Mastermind Kenny Little eine Hommage an sein deutsches Label und die Fans hierzulande, die ihn und seine Band im Sommer 2025 mit ihrem Zuspruch und Support „zurück aus der Versenkung“ geholt hätten. Grandiose Geste einer wunderbaren Band, die die neu erblühte Liebe ihrer Community so sehr verdient.

Band: Hollow Horse
Album: The Memory Palace
VÖ: 01.11.2026
Label: Bureau Platiruma
