Danger Dan – Stahlwerk, Düsseldorf (30.10.2026)

Nach der Veröffentlichung seines neuen Albums „Keine Angst“ und der Kontroverse um seinen abgesagten ZDF-Auftritt kann Danger Dan nun auch live in Düsseldorf überzeugen. Mit einer starken Band, hervorragendem Sound und toller Lightshow.

Die Stimmung im Publikum ist bereits vor Konzertbeginn ziemlich gut und die Schlangen an den Getränkeständen gefühlt noch ein bisschen länger als gewöhnlich. Die Vorfreude ist den Menschen deutlich anzumerken. Ich bin allerdings etwas skeptisch, ob das Konzept von Danger Dan mit Klavier und Streichquartett, ergänzt um Kontrabass und Schlagzeug, in einer 2.000er-Halle funktionieren kann.

Tatsächlich werden diese Zweifel bereits mit dem Opener „Die meisten meiner Freunde“ zerstreut. Im Mittelpunkt der Bühne stehen zunächst eindrucksvolle Schattenspiele, während Danger Dan selbst eher am Rand platziert ist. Eine kluge Inszenierung, die den Fokus zunächst von ihm weglenkt und einen Spannungsbogen aufbaut, der schließlich in „Dass es hier so schön ist“ mündet. Während Danger Dan über seine Augenerkrankung singt, wird das Schattenspiel zunehmend dunkler, bis es schließlich ganz erlischt. Ein ebenso einfacher wie wirkungsvoller Moment.

Bei der Setlist versucht Dan, auch Songs seines ersten Soloalbums zu integrieren. Dass Stücke wie „Sand in die Augen“, „Eine aufs Maul“ und „Mingvase“ trotz solider Arrangements dann doch irgendwie wie Fremdkörper wirken, mag meine persönliche Wahrnehmung sein. Auffällig ist der Bruch trotzdem.

Ansonsten gibt es beste Unterhaltung. „Ingloria Victoria“ scheint sich live zu einem kleinen Hit zu entwickeln, ist gesanglich aber auch wahnsinnig stark und sorgt für ordentlich Stimmung. „Warum es nicht geklappt hat“ ist mit seiner Hintergrundstory live noch stärker, als auf Platte, während „Lauf davon“ wohl einigen Menschen im Publikum aus der Seele spricht. Gegen Ende folgen natürlich die beiden großen Songs „Keine Angst“ und „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“, die vom gesamten Publikum mitgesungen werden und beweisen, was für ein unfassbar starker Texter Danger Dan ist.

Foto: Daniel Wiese

Neben der musikalischen Qualität – und hier muss ausdrücklich auch die Band gelobt werden, die wirklich wahnsinnig gut spielt – überzeugen vor allem der Sound und die Lichtinszenierung im Stahlwerk. Beides habe ich dort schon ganz anders erlebt. Dass Danger Dan aber nicht nur musikalisch, sondern vor allem auch mit seinen persönlichen und politischen Ansagen einen Nerv trifft, zeigen nicht zuletzt die lautstarken „Alerta, alerta, antifascista!“-Sprechchöre während des Konzerts. Überhaupt hat man das Gefühl, dass dieser Abend nicht nur dem Musiker auf der Bühne guttut, sondern auch den vielen Menschen, die sich in seinen Songs und seiner Haltung wiederfinden.

Ich gehe nach dem abschließenden „Aber dann“ jedenfalls mit einem guten Gefühl nach Hause und hoffe, dass die Konzerte dieser sympathischen Truppe auch weiterhin frei von Übergriffen und Anfeindungen bleiben.