Boy Omega – Bloom

Nach einer kurzen Zusammenstellung von B-Seiten und Singles im April 2026 folgt mit „Bloom“ nun endlich ein neues Boy-Omega-Album. Und um es vorwegzunehmen: Es enttäuscht nicht.

Mit seinem neunten Album betritt Martin Hasselgren persönliches Neuland. Die Songs auf „Bloom“ hat er allesamt im Alleingang produziert, aufgenommen und veröffentlicht. Lediglich zwei Gastmusiker*innen hat er hinzugezogen. Daniel Juline (ef) spielt auf dem emotionalen „To Surrender“, einem Song für Martins Vater, Cello, während Emelie Molin (Mira Kay) bei „Is It Lonely?“ mitwirkt.

Mehr als 300 Shows hat Boy Omega in den vergangenen Jahren in ganz Europa gespielt. Seine Platten wurden nicht nur in Deutschland und Spanien veröffentlicht, zwischenzeitlich interessierte sich sogar ein Label in Japan für den sympathischen Schweden. Trotzdem flog er immer ein bisschen unter dem Radar. Das mag an der unaufgeregten Art seines Songwritings liegen oder daran, wie er Melancholie und Pop-Appeal miteinander verbindet. Denn bei Boy Omega steht nicht die große Geste im Vordergrund, sondern eine vertraute Melancholie, die zeitlos und wunderschön ist, aber eben nicht unbedingt für die ganz große Bühne gemacht scheint.

Das wiederum dürfte Hasselgren ziemlich egal sein. Der Multiinstrumentalist und Produzent verzaubert seine Zuhörerschaft weiterhin mit wunderschönen Gitarren, sphärischen Klangteppichen und seiner angenehm unaufgeregten Stimme. Das bereits erwähnte „Is It Lonely?“ ist ganz zauberhaft und überrascht gegen Ende mit einem Beat, der auch wunderbar in die 1980er-Jahre gepasst hätte. Für mich der Höhepunkt eines durch und durch tollen Albums.

Ich hatte schon immer ein Faible für Boy Omega. Mit „Bloom“ hat Hasselgren mich erneut komplett in seinen Bann gezogen. Und bei all der Schnelllebigkeit und dem gesellschaftlichen und politischen Irrsinn da draußen sind 22 Minuten Musik zum Luftholen vielleicht gerade das Schönste, was mir ein Album bieten kann.


Künstler: Boy Omega
Album: Bloom
VÖ: 09.10.2026
Label: Eigenvertrieb