Dirk Darmstaedter – Troubadour Sessions #1

Dirk Darmstaedter hat eine Stripped-down-Version seiner jüngst releasten Solo-LP „The Sound My Mind Makes” via Bandcamp gedropped. Darauf entschält der Frontmann der Hamburger Indiepopper The Jeremy Days die zehn LP-Tracks musikalisch bis auf ihren Kern – und zeigt, dass tolle Songs kein großes Brimborium brauchen.

„Bei den Proben für mein Release-Konzert zu ‚The Sound My Mind Makes‘ (hier geht’s zu meinem Review) im Februar dieses Jahres hab ich angefangen, die Songs vom Longplayer akustisch zu spielen“, erläutert Dirk den Impuls zum Unplugged-Schwesteralbum.

Dirk Darmstaedter by Sven Klein

Aufgenommen auf dem Dachboden
Nach dem Gig sei dann die Idee entstanden, diese Tracks in Darmstaedters kleinem Heim-Dachbodenstudio aufzunehmen. „Sie auf ihren Kern herunterzubrechen hat sich befreiend angefühlt – und manche Lieder haben dabei plötzlich eine ganz andere Richtung eingeschlagen als ihre Albumversion.“

So etwa das bezaubernde „Perfect At Being Imperfect“, das ich – obwohl ich es schon in seiner ursprünglichen, funkigen Variante fantastisch fand – auf den so betitelten „Troubadour Sessions“ in zurückgenommenem Gewand noch einmal gänzlich neu entdeckt habe und das zu meinem absoluten Unplugged-Favoriten geworden ist.

Mehr als nur Akustik-Versionen
Dicht gefolgt vom atmosphärisch düsteren „In The Rye“, dem poppigen „Ash & Gold“ sowie dem Titeltrack „The Sound My Mind Makes“. Als passionierter Hobby-Harmonica-Spieler feiere ich bei Letzteren natürlich auch den Umstand, dass es im Gegensatz zu mir Musiker gibt, die dieses wundervolle Instrument klasse beherrschen. Und der mitreißende, musikalische Ausflug zum Big Apple „I Was In Love With New York City“ klingt sowieso in vermutlich jeder Fassung grandios.

Zum Release des Große-Schwester-Albums merkte Dirk Darmstaedter vor wenigen Wochen an, dass der bittersüße Longplayer seinen Ursprung in einem alten Steinhaus an der bretonischen Küste nahm: „Jeden Tag ein neuer Track, oft rein instrumental, ohne Text oder Melodie, aus dem Moment heraus aufgenommen.“ Mit den „Troubadour Sessions #1“ ist der sympathische Sänger der Jeremy Days nun offenbar noch einmal an diesen kreativen Geburtsort der Lieder zurückgekehrt – und doch sind diese Stücke so bemerkenswert viel mehr als lediglich akustisch arrangierte Varianten ihrer Originale.

Artist: Dirk Darmstaedter
Album: Troubadour Sessions #1
VÖ: April 2026
Label: Non-Label