Brian Fallon & The Painkillers – Live Music Hall, Köln (02.11.2026)
Brian Fallon scheint derzeit mit sich und seiner Musik im Reinen: In der proppevollen Live Music Hall zu Köln macht er den Auftakt seiner Europatour zum neuen Soloalbum „Not Bad For New Jersey“ kurzerhand zur gut gelaunten Heartland-Hitparade seines Solo-Schaffens.
Wir kommen ein wenig zu spät und schneiden gerade noch Chris Farrens letzte Songs mit. Die Live Music Hall ist schon bis zum Anschlag gefüllt und der Applaus, mit dem das Publikum den Musiker schließlich verabschiedet, zeugt von zweierlei: großer Sympathie für den Support-Act – er scheint einiges richtig gemacht zu haben – und toller Stimmung vor der Bühne. Beste Voraussetzungen also für Brian Fallon.

Brian Fallon (Foto: Karsten Hufschlag)
Als dieser mit seinen Painkillers gegen 21 Uhr die Bühne betritt, gibt es gleich eine kleine Überraschung: Hinter dem Schlagzeug nimmt nämlich niemand anders Platz als Emily Wolfe, jene texanische Multiinstrumentalistin, die wir vor gar nicht allzu langer Zeit als Support von The Gaslight Anthem kennen- und lieben lernen durften. Vor allem ihr Longplayer „The Blowback“ (2023) sei noch einmal allen wärmstens ans Herz gelegt, die es mit tanzbaren Gitarrenriffs halten. (Eine Handvoll neuer Singles deutet zudem auf ein kommendes Album hin. Wir sind gespannt!)
Ohne große Gesten – ein Grinsen, ein Winken – legen die vier Musiker los und spielen sich durch ein Bundle von sechs Songs, ehe Fallon erstmals das Wort an sein Publikum richtet. Dass er mit „Somewhere You Shouldn’t Be“ und „The Big Sleep“ kurz zuvor erst das aktuelle Album „Not Bad For New Jersey“ (Hier geht’s zum Review.) in den Reigen des heutigen Abends aufgenommen hat, scheint niemanden zu stören, im Gegenteil: Das Publikum ist längst auf Betriebstemperatur, feiert jeden einzelnen Song gleich beim ersten Akkord und erahnt vielleicht schon jetzt den sich anbahnenden Best-of-Charakter der Show. Ganze sieben Songs des Sets werden vom inzwischen zehn Jahre alten Solodebüt „Painkillers“ stammen, nur vier vom erwähnten „Not Bad For New Jersey“, dessen Namen die heute beginnende Europa-Tour ja immerhin trägt, zwei Ausflüge gibt’s zu The Horrible Crowes und die übrigen sechs Songs verteilen sich auf seine weiteren Soloalben.

Brian Fallon & The Painkillers (Foto: Karsten Hufschlag)
Fallon fühlt sich während der gesamten Show augenscheinlich wohl, wirkt ungezwungen und hellwach. Jeden Song zählt er leise an, bewegt dazu rhythmisch den Oberkörper und hält konsequent Blickkontakt zu seinen Mitmusiker*innen. Man solle ihm seinen mitunter ernsten Gesichtsausdruck nachsehen, bittet der Jersey-Boy grinsend mit Blick auf das Kollegium. Bei derart hervorragenden Musikern müsse er sich schon ganz schön konzentrieren. Und tatsächlich präsentiert sich das Quartett als versierte Rockband, die Bock auf Jams hat. Die beiden Herren zu Fallons Seiten machen dabei zwar eher den Eindruck routinierter Studiomusiker, lassen musikalisch aber nichts anbrennen. Es wird ausgiebig gerockt, soliert und gelegentlich sogar zum Gitarrenduell gebeten. Fallon, der stets das Zentrum all dessen bleibt, hat sichtlich Spaß an der Sache.
Nach anderthalb kurzweiligen Stunden schließt eine Setlist, die keine Wünsche offen lässt, mit einem Drilling aus „Rosemary“ und den Openern des jüngsten und des ersten Fallon-Albums schließlich den Kreis. Ohne große Ankündigung, ohne Zugabenzeremoniell, dafür mit einem dreifachen Paukenschlag und unter tosendem Applaus endet ein angenehm unprätentiöser Heartland-Rock-Abend, der eindrucksvoll daran erinnert hat, was gute Livemusik ausmacht. Klasse.
Setlist:
Lonely for You Only
Red Lights
If Your Prayers Don’t Get to Heaven
Painkillers
Somewhere You Shouldn’t Be
The Big Sleep
You Have Stolen My Heart
Smoke
Among Other Foolish Things
Etta James
Ladykiller (The Horrible Crowes)
Better Before
Hard Feelings
Honey Magnolia
Forget Me Not
Behold the Hurricane (The Horrible Crowes)
Not Bad for New Jersey
Rosemary
A Wonderful Life
