Deadletter – Existence Is Bliss
Die im Jahr 2020 im nordenglischen Yorkshire gegründeten und mittlerweile in London ansässigen Deadletter veröffentlichen mit „Existence Is Bliss“ ihren zweiten Longplayer. Darauf versammeln die Indie-Artrocker zwölf hypnotisierende Tracks in bester Tradition von The Fall, John Cooper Clarke und Joy Division.
Die Band um die langjährigen Freunde Zac Lawrence (Gesang), Schlagzeuger Alfie Husband und George Ullyott (Bass) hatte in ihrer noch jungen Karriere bereits verschiedene Besetzungen und tritt aktuell als sechsköpfige Formation in Erscheinung. Ihr von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiertes Debütalbum „Hysterical Strength“ ist vor zwei Jahren erschienen – nun schärft „Existence Is Bliss“ ihr künstlerisches Profil.

Anarchischer Klang
Charakteristisch für Deadletter sind ihre lyrisch dichten Texte, die sich wiederum über energetischen, mitunter explosiven Indie- und Post-Punk-Klangwelten entfalten – getragen von treibenden Drums, dem pulsierenden Bass, crunchy Gitarren sowie einem mitunter anarchischen Saxophon-Spiel. Lawrences Gesangsvortrag übers Menschsein und den Sinn des Lebens könnte dabei eindringlicher kaum sein.
„Tief in die eigenen Augen zu schauen, sich dafür zu entscheiden, die Kämpfe des Lebens anzunehmen und die Luft dieser Welt nicht nur zum Atmen, sondern auch zum Handeln und Genießen zu nutzen, macht uns zu Menschen“, sagt der charismatische Frontmann, „‚Existence Is Bliss‘ – aber das Leben ist ein großes Auf und Ab, dessen Lohn grenzenlos ist.“
Im März auf Tour
Die Platten-Produktion klingt crisp und ausgewogen. Standout-Songs sind die dynamisch-wummernde Vorab-Single „It Comes Creeping“ mit ihrem elektronisch angehauchten Industrial-Intro, das nachdenkliche „Focal Point“, der dunkle Indie-Dancefloor-Groover „Frosted Glass“ und „(Back To) The Scene Of The Crime“, dessen melodischer Chorus unwiderstehliche Ohrwurm-Qualitäten besitzt.

Live-Image by Sven Klein
Live sind Deadletter, eine der aktuell aufregendsten Bands Großbritanniens, übrigens eine Wucht. Wovon Ihr Euch auf ihrer Tour, die sie im März auch durch viele deutsche Städte, unter anderen Leipzig, Hamburg, Berlin, Köln und München, führt, persönlich überzeugen könnt.
Ich selbst hatte bereits im Oktober 2024 auf dem grandiosen Crossroads-Festival in der Bonner Harmonie (hier geht’s zum Bericht) das Vergnügen, die Band auf ihrer Co-Headlining-Show mit den ebenso erfrischenden King No-One auf der Bühne zu erleben. Letztere releasen diesen April ihre von der Community lang herbeigesehnte Debüt-LP – freut Euch schon jetzt auf meine Plattenbesprechung samt Interview mit den jungen Indierockern aus Manchester!

Artist: Deadletter
Album: Existence Is Bliss
VÖ: 27.02.2026
Label: So Recordings
