Future Island – From A Hole In The Floor To A Fountain Of Youth

Zum 20. Bandjubiläum spendieren sich Future Islands mit „From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth“ eine beeindruckende Sammlung alternativer Versionen, Raritäten und Fan-Favoriten, die bislang oft nur schwer aufzutreiben waren.

Ich gebe zu: Zu Beginn ihrer Karriere habe ich Future Islands einige Jahre lang eher wegignoriert. Zwar gab es immer wieder Songs, die ich „okay“ fand, wirklich gepackt hat mich die Band aber nicht. Bis zu jenem Moment, als ich zum ersten Mal die mittlerweile wohl legendäre Live-Performance bei David Letterman auf YouTube sah. Die Band spielt dort „Seasons (Waiting on You)“, die Lead-Single des Albums „Singles“ (2014). Diese Mischung aus Overacting und vollkommen ungefilterter Emotion, die Sänger Samuel T. Herring dort auf die Bühne bringt, ist schlicht faszinierend – zumal der Rest der Band in stoischer Gelassenheit das musikalische Fundament für diesen Ausbruch legt.

„Singles“ markierte schließlich auch den kommerziellen Durchbruch für die Band, die seitdem drei weitere vielbeachtete Alben veröffentlicht hat. Mit dem nun erschienenen Doppelalbum zeichnen Future Islands ihren Weg von den Anfängen bis heute nach – inklusive ihrer beeindruckenden Entwicklung. Dabei folgt die Compilation einer losen Chronologie. Den Anfang macht „The Ink Well“ (2010), ursprünglich erschienen auf einer Split-7-Inch mit der Indie-Band Lonnie Walker. Der Song klingt noch deutlich zurückhaltender produziert, trägt aber bereits jene bandtypische Melancholie in sich. Auch das etwas flottere „The Happiness of Being Twice“ (2009) wirkt weniger ausgearbeitet, dafür umso unmittelbarer und authentischer.

Wie groß der Entwicklungsschritt der Band in den folgenden Jahren war, zeigen Stücke wie „One Day“ (2014) aus den „Singles“-Sessions. Hier wird auch deutlich, wie essenziell die Arbeit von Bassist William Cashion für den charakteristischen Sound der Band ist. Diese Entwicklung geht schließlich weiter bis zu den recht aktuellen Songs „Days“ und „Glimpse“. Zum Abschluss gibt es mit der Demo-Version von „Rager“ noch den obligatorischen unveröffentlichten Song.

Am Ende ist „From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth“ weit mehr als nur eine Resteverwertung oder schnöde „Best of“-Zusammenstellung. Die Sammlung, die vor allem aus seltenen 7-Inch-Beiträgen besteht, ist eine großartige Fundgrube für Fans – besonders für jene, die sich nicht stundenlang durch Discogs klicken möchten, um Raritäten zusammenzutragen.

Band: Future Island
Album: From A Hole In The Floor To A Fountain Of Youth
VÖ: 22.05.2026
Label: 4AD / Beggars Group