TURBOSTAAT – Bochum, Bahnhof Langendreer (16.03.2025)
Vor zwei Monaten erschien Turbostaats achtes Studioalbum „Alter Zorn“ und das zelebrieren die Nordlichter mit einer ausgedehnten Tour, die sie einmal quer durch die Republik führt.
Das Abschlusskonzert des zweiten Tourblocks fand im ausverkauften Bochumer Bahnhof Langendreer statt. Als Support hatten Turbostaat an diesem Abend Swan Songs aus Münster dabei.
Diese betraten pünktlich um 20 Uhr die Bühne des sympathischen Clubs im Ruhrgebiet und konnte die Stimmung direkt gut anheizen. Sowohl der cleanere Gesang als auch die eher geschrienen Parts erschufen gemeinsam mit der stellenweise recht druckvollen Musik melancholische Songs, die teilweise nach 1990er-Jahre-Grunge klangen und mich hier und da ein wenig an Nirvana erinnerten. Ob dieser Vergleich nun passt oder nicht, die Band hat bei vielen im Publikum einen starken Eindruck hinterlassen.
Nach einer kurzen Umbaupause betraten Turbostaat vor ein begeistertes Publikum. Gleich zu Beginn erklärte Sänger Jan Windmeier, dass sie dem Publikum ein zweiteiliges Set präsentierten werden. Während der erste Teil aus dem kompletten Album „Alter Zorn“ bestand, wurden im zweiten Teil Songs aus nahezu allen Studioalbum (außer „Flamingo“) bedacht. Mit „Harm Rochel“, „Insel“ und „Vormann Leiss“ fanden gleich drei Songs vom gleichnamigen Album ihren Weg in die Setlist. „Schwan“ und „Stadt der Angst“ wurden immerhin jeweils zweimal in dem 22-Stücke-Set bedacht. So kann man wohl von einem guten Querschnitt durch die Discografie der Band sprechen.
Diese Zweiteilung merkte man auch den Reaktionen des Publikums an. Während für die Dauer von „Alter Zorn“ eher das Zuhören – nicht zu verwechseln mit Rumgestehe – dominierte, zeigten sich die Besucher:innen im zweiten Block textsicher, was den Stimmungspegel natürlich auch etwas steigen lies. Jan erklärt auch, warum sich die Band zu dieser Art Setlist entschieden hat. Zum einen wäre es schade, wenn auf Tourneen zu neuen Alben nur die Singles des Albums gespielt und die anderen Songs eher vernachlässigt werden, zum anderen existieren zu den altbekannten Lieder schon bei jedem der Anwesenden Erinnerungen und nun wurden gemeinsam neue zum aktuellen Album geschaffen.
Dieses Vorgehen, welches sich manch andere Band ruhig abgucken könnte, hat dem Abend einen ganz eigenen Charakter gegeben und man kann sich glücklich schätzen, dabei gewesen zu sein.