Tom Smith – Köln, Kulturkirche (11.03.2026)
Nach über zwanzig Jahren als Frontmann der britischen Indierocker Editors begab sich Tom Smith auf künstlerische Solopfade, als er Ende 2025 sein Debütalbum releaste. Dessen bewegende Tracks sowie Hits und Fan-Favs seiner Hauptband hat er nun 250 Zuschauenden an einem besonderen Ort präsentiert – fabelhaft.
Die neugotische Lutherkirche aus dem Jahr 1889 bietet den Menschen im Kölner Stadtteil Nippes allem voran zwar weiterhin einen sonntäglichen Gottesdienst, hat sich heute als sogenannte Kulturkirche jedoch auch als fester Bestandteil und beliebter Schmelztiegel für Film, Kunst und Musik in der Domstadt etabliert.

Glockenklarer Raumklang
Und für seine kreative Rückkehr zu den rohen, akustischen Anfängen seines Songwritings, die Tom Smith auf seinem hochgelobten Solo-Longplayer „There Is Nothing In The Dark Which Isn’t There In The Light“ vollzieht, hätte sich der in der Nähe der englischen Hafenstadt Bristol aufgewachsene Musiker wohl kaum einen passenderen Ort wünschen können, um sein intimes und persönliches Werk, das von (erster) Liebe, feuchtfröhlichen Tour-Nächten und Vaterglück erzählt, aufzuführen.
Das Gotteshaus strahlt eine geradezu ansteckende, friedliche Atmosphäre aus und der Raumklang ist glockenklar. Vermutlich hätte es für den heutigen Konzertabend nicht einmal zwingend Mikros und Lautsprecher gebraucht. Die haben Smith und sein Bühnenpartner Nick Willis aber natürlich trotzdem dabei, um ihr zum größten Teil aus Menschen ab ihren Mittvierzigern aufwärts bestehendes Publikum mit neun der insgesamt zehn Albumtracks zu verzaubern. Und obwohl die beiden Künstler allein auf der Bühne vor dem Altar stehen, füllen sie diesen wundervollen Ort musikalisch komplett aus.

Kongenialer Bühnenpartner
Denn wie auf der LP, die vom Nordiren Iain Archer (unter anderen Jake Bugg und Snow Patrol) produziert wurde, schaffen es die beiden sympathischen Musiker gemeinsam, ihren Liedern, die eigentlich allesamt auf akustischen Strukturen und zurückgenommenen Arrangements fußen, auch live dank feiner cineastischer Schnörkel eine dynamische Bandbreite zu verleihen.
Daran hat vor allem Multi-Instrumentalist Willis erheblichen Anteil, der E-Gitarre, Stage-Piano und Blues Harmonica spielt. Seinen kongenialen Partner begleitet Tom Smith auf der Akustik-Klampfe und trägt die 23 Lieder umfassende Setlist mit der herzerwärmenden Baritonstimme, emotionalen Ehrlichkeit und bezaubernden Melancholie vor, die ihn seit jeher auszeichnen.

Solo-Songs und Editors-Stücke
Neben den berührenden Smith-Soloalbum-Tracks wie „Deep Dive“, „Endings Are Breaking My Heart“, „Lights Of New York City“ und „Live Is For Living“ streuen die beiden bestens aufgelegten Indie-Artists immer wieder Editors-Klassiker und -Deep-Cuts ein wie den Band-Signature-Song „Papillon“, „No Sound But The Wind“ vom Twilight-Soundtrack, das Titellied des zweiten Albums „An End Has A Start“, den Breakthrough-Hit „Munich“, und als Rausschmeißer den Klassiker „Smokers Outside The Hospital Doors“.
Zwei besondere Bonbons haben Tom Smith und Nick Willis zum heutigen Start ihrer Europatournee dem kölschen Publikum auch noch mitgebracht: Eine feine Coverversion von Bob Dylans „It Ain’t Me, Babe“ und mit „Don’t Serenade In The Dark“ präsentieren sie gar ein brandneues Stück, das laut Smith auf dem kommenden Editors-Album sein wird. Als sich seine Fans zum Finale des rund zweistündigen Gigs allesamt aus den hölzernen Kirchenbänken zu tosenden Standing-Ovations erheben, verabschiedet er sich und Bandmate Willis fast schon ein wenig verlegen in die regnerische Vor-Frühlingsnacht: „You are very kind. Thank you so much for coming.“

Upcoming Shows
Wer von Euch den famosen Auftritt in der Kölner Kulturkirche verpasst, aber noch die Chance hat, eines der Tickets für Toms Show beispielsweise in Berlin, Hamburg, Paris oder Amsterdam zu ergattern – lasst Euch diese Gelegenheit unter keinen Umständen entgehen.
Setlist
Deep Dive
How Many Times
Endings Are Breaking My Heart
All The Kings (Editors)
The Weight Of Your Love (Editors)
Life Is For Living
Honesty (Editors)
No Sound But The Wind (Editors)
Souls
Broken Time
The Phone Book (Editors)
What Is This Thing Called Love (Editors)
Northern Line
An End Has A Start (Editors)
Blood (Editors)
Leave
Munich (Editors)
Ocean Of Night (Editors)
Papillon (Editors)
It Ain’t Me, Babe (Bob Dylan)
Don’t Serenade In The Dark (Editors)
Lights Of New York City
Smokers Outside The Hospital Doors (Editors)
All Concert Images by Sven Klein
