Silverstein – Köln, Palladium (15.03.2025)

Das kanadische Post-Hardcore-Quintett Silverstein feiert im Kölner Palladium den triumphalen Abschluss seiner Jubiläumstour „25 Years Of Noise“ – und 4.000 Fans aus ganz Europa sind aus dem Häuschen.

Als um 21.30 Uhr die Hauslichter im ausverkauften Konzertsaal des Stadtteils Mülheim erlöschen, lässt die Band aus Burlington, Ontario auf den Bühnenscreens per Video-Einspieler anlässlich ihres Silberjubiläums erst einmal humorig ihre Bandkarriere Revue passieren: „Als wir vor 25 Jahren als Jungs zusammenfanden, um Musik zu machen, passierte etwas, mit dem wir niemals gerechnet hätten: Plötzlich seid Ihr alle aufgetaucht!“

Silverstein; Shane Told

Fulminantes Set
Wenige Momente später stürmen Shane Told (Gesang), die Gitarristen Paul Marc Rousseau und Josh Bradford, Bassist Bill Hamilton und Schlagzeuger Paul Koehler die Bühne der ehemaligen Maschinenbauhalle der Dreikönigsstadt und hauen ihrem Publikum ein neunzigminütiges, fulminantes Set ihres Bandkatalogs um die Ohren. Dabei versäumen es Told und seine Bandkollegen auch nicht, gleich zu Beginn ihrem vermeintlich großen Bruder USA einen Seitenhieb zu verpassen: „Wir sind Silverstein. Wir kommen aus Kanada – und nicht aus Amerika“, betont der Frontmann nach den ersten Stücken, als er die johlende Menge begrüßt.

„That was amazing, Cologne“
Die dankt es ihm und seinen Bandmates, indem sie die gut zwanzig Songs der Show (Setlist siehe unten) lauthals mitsingt. Aus jedem der insgesamt zwölf Studioalben Silversteins ist mindestens ein Lied dabei auf der von Shane Told so bezeichneten Emo-Zeitreise der heutigen Nacht.

Silverstein; Josh Bradford

Einer der zahlreichen Höhepunkte ist das seiner Freundin gewidmete, akustisch vorgetragene „My Heroine“ als Opener des Zugabenblocks: „München war lauter als ihr“, scherzt Told zum Ende des Stücks, nur um seine augenzwinkernde Provokation nach dem dann abermals vom Publikum vorgetragenen Chorus sofort zu revidieren: „That was amazing“, so der sichtlich gerührte Bandleader.

„Als wir Anfang der 2000er das erste Mal hierhergekommen sind, habt Ihr uns behandelt, als wären wir ein Teil von Euch“, bedankt sich Sänger Shane Told zum Abschied bei seinen treuen Fans, die heute in die Domstadt gekommen sind. „Dafür sind wir dankbar und werden das nie vergessen.“ Genauso wie alle, die heute Silversteins Silberjubiläum mitfeiern konnten!

Thursday

Bloom, Callous Daoboys & Thursday
Einen gehörigen Anteil an den erinnerungswürdigen Post-Hardcore-Feierlichkeiten haben im Übrigen neben der begeisterungsfähigen Crowd auch die geladenen musikalischen Gäste Silversteins. Die großartigen Bloom, gegründet 2017, aus Sydney from Down Under, dürfen das gefühlte Mini-Festival mit ihrem energievollen, dreißig Minuten langen Melodic-Hardcore-Set eröffnen, das allerorten beste Laune bereitet. Ebenso lang präsentieren anschließend The Callous Daoboys (gegründet 2016) aus dem amerikanischen Atlanta ihren Mathcore on stage.

Bloom

Und gar eine knappe Stunde stellen die Emocore-Veteranen Thursday aus New Jersey in Köln dann eindrücklich unter Beweis, warum sie als eine der einflussreichsten Bands der 2000er-Jahre ihres Genres gelten. Was für ein Jubiläums-Lineup. Happy 25th Anniversary, Silverstein – we salute you! (Text: Sven und Matti Klein)

Setlist:
Skin & Bones
Confession
The Altar
Infinite
Bad Habits
The Afterglow
Aquamarine
A Midwestern State Of Emergency
Massachusetts
One Last Dance
Sacrifice
Vices
The Tide Raises Every Ship
The End
My Disaster
Your Sword Versus My Dagger
Call It Karma
Smile In Your Sleep
My Heroine
Smashed Into Pieces
Bleeds No More