Brigitte Calls Me Baby – Köln, Luxor (19.03.2026)
Erinnerungswürdige Auftritte müssen nicht episch lang, sondern überzeugend sein: Chicagos Janglerocker Brigitte Calls Me Baby verzücken im Luxor 450 Fans eine Stunde mit ihren romantischen Melodien irgendwo im Grenzgebiet von Fiktion und Wirklichkeit – sowie der Erkenntnis, dass Liebe nicht immer auf Gegenseitigkeit beruht.
Und es gibt kaum jemand geeigneteren als ihren charismatischen Frontmann Wes Leavins, der diese bittersüßen, melancholischen Geschichten mit seiner samtig-sanften Stimme glaubhafter auf einer Live-Bühne besingen könnte.

Um den Finger gewickelt
Vom ersten Ton des Openers und Bangers „I Wanna Die In The Suburbs“ vom 2024er-Debütalbum „The Future Is Our Way Out“ an wickelt der stets leicht verträumt wirkende, in einen eleganten schwarzen Anzug samt Hemd und Krawatte gewandte Sänger das Domstadt-Publikum mit spielerischer Leichtigkeit um seinen Finger. Insgesamt sieben Tracks performen Brigitte Calls Me Baby von ihrem hochgelobten Erstlingswerk – unter anderen noch „Pink Palace“, „Too Easy“, „We Were Never Alive“ und „Eddie My Love“.
Die andere Hälfte ihres fulminanten Sets besteht aus den Tracks des neuen Longplayers „Irreversible“, der erst vor wenigen Tagen erschienen ist (hier geht es zu unserer Plattenbesprechung) wie „Truth Is Stranger Than Fiction“, „Slumber Party“, „I Danced With Another Love In My Dream“, „The Pit“ und „These Acts Of Which We’re Designed“, die vom Auditorium bereits ebenso lautstark begleitet und gefeiert werden.
Liebevolle Beziehung
Natürlich haben alle Anwesenden auf noch ein wenig mehr als die insgesamt dreizehn Lieder umfassende Setlist gehofft, aber dann und wann liegt tatsächlich in der Kürze auch die musikalische Würze. Und als der Konzertabend mit dem glorreichen Signature-Song „The Future Is Our Way Out“ der Band beschlossen wird, bleibt sowieso kaum ein Auge mehr trocken.
Dass Brigitte Calls Me Baby eine liebevolle Beziehung zu ihren Fans pflegen, zeigen Leadsänger Wes Leavins, Gitarrist Jack Fluegel, Bassist Devin Wessels und Schlagzeuger Jeremy Benshish nach ihrem umjubelten Auftritt im Foyer des kölschen Clubs: Eine weitere Stunde nehmen sie sich Zeit, um wirklich jeden Wunsch nach Autogrammen, einem kurzen Plausch und gemeinsamen Erinnerungsfotos zu erfüllen.
Noch gibt es die Chance, die grandiosen US-amerikanischen Alternative-Jangle-Rocker auf weiteren drei Shows in Deutschland live zu erleben: in Hamburg (Molotow), Berlin (Hole 44) und München (Strom). Wenn Ihr’s schafft – nix wie hin!

All Images by Sven Klein
Setlist
I Wanna Die In The Suburbs
Pink Palace
Truth Is Stranger Than Fiction
These Acts Of Which We’Re Designed
Too Easy
I Danced With Another Love In My Dream
I Can’t Have You All To Myself
The Pit
Eddie My Love
We Were Never Alive
Slumber Party
Impressively Average
The Future Is Our Way Out
