The House Of Love – The Gift
Londons The House Of Love reiften zwischen 1986 und 1988 zu einer Gruppe – während der Blütezeit britischer Indiemusic, in der Fragilität und unmittelbare Popmelodien auf ewig miteinander verschmolzen. Die Triple-CD-Box „The Gift“ fängt die Band-Werdung auf berauschende Weise ein.
Das wunderbare Set an Compact Discs, released via Cherry Red Records, dokumentiert dafür zwei Jahre des Songschreibens sowie von Proben und Auftritten vor der Veröffentlichung des selbstbetitelten The-House-Of-Love-Debütalbums 1988 beim ikonischen Plattenlabel Creation Records und ermöglicht es seiner Hörerschaft aus nächster Nähe mitzuerleben, wie die Band ihre Identität formte, fand und zu einer der relevantesten Indie-Formationen überhaupt wurde.
Schwebende Strophen, strahlende Refrains
1986 im Londoner Stadtteil Islington vom Singer-Songwriter Guy Chadwick gegründet, traten The House Of Love zu einem Zeitpunkt auf den Plan, als sich die britische Indieszene dem Wandel vom kühlen Post-Punk der frühen Achtziger-Jahre hin zu einem emotionaleren Sound unterzog.
Chadwicks Lieder besaßen schon damals die Architektur, die zum Markenzeichen der Gruppe werden sollte: schwebende Strophen, strahlende Refrains und Lyrics, die zwischen Romantik und Existenzangst umherspringen – untermalt von der verletzlichen Stimme des Frontmanns und Terry Bickers’ schimmernd-bedrohlichem Gitarrenspiel.
Eindringlich begleitet beziehungsweise ergänzt von der sympathisch-coolen Präsenz der deutschen Gitarristin und Sängerin Andrea Heukamp, die die Band 1987 verließ und vor vier Jahren verstarb, zudem von der Rhythmusgruppe um Schlagzeuger Pete Evans und Chris Groothuizen am Bass.
Proben, Akustiksessions, Konzerte
Er war es, der kurz nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie die Kiste mit all diesen frühen musikalischen The-House-Of-Love-Erinnerungsstücken zu Tage förderte und ihren Inhalt zu erkunden begann. Heraussprang dabei Material für insgesamt drei CDs: Auf der ersten sind es insgesamt vier Proben und eine Akustiksession, auf der mittleren Disc befinden sich zwei bestechend rohe Live-Shows aus 1986 und auf Scheibe Nummer drei zwei weitere Konzerte aus dem Jahr 1988 – und natürlich ist mit „Shine On“ der größte Hit der Band gleich mehrfach auf den Tonträgern vertreten.
Es sind Aufnahmen, die von unterschiedlichsten Quellen stammen: mal direkt vom Soundboard, mal von einem schlichten Tape Recorder. Allesamt liebevoll und mit viel Herzblut restauriert, sodass die Triple-CD-Box nicht nur zum Hörgenuss für Die-Hard-Fans des Nordlondoner Indie-Outfits geworden ist – „The Gift“ ist ein erhabenes zeitgeschichtliches Dokument an Independent Music und ein Essential für ihre Community.

Band: The House Of Love
Album: The Gift
VÖ: 16.10.2026
Label: Cherry Red Records
