dEUS – In A Bar, Under The Sea
Zwei Jahre nach ihrem Debütalbum „Worst Case Scenario“ veröffentlichten dEUS 1996 mit „In A Bar, Under The Sea“ erneut ein Album der Extraklasse. Die nun veröffentlichte Wiederauflage beweist, wie zeitlos und groß dEUS in den 1990er-Jahren waren.
Irgendwie hat man in der objektiven Nachbetrachtung immer das Gefühl, dass „In A Bar, Under The Sea“ in der öffentlichen Wahrnehmung ein wenig untergegangen ist. Zu stark war das Debütalbum und zu groß waren später die Hits „Sister Dew“ und „Instant Street“ vom 1999 erschienenen Album „The Ideal Crash“.
Beschäftigt man sich jedoch etwas intensiver mit dem zweiten Album der belgischen Ausnahmeband, stellt man schnell fest, dass es sich hier vielmehr um ein absolutes Meisterwerk zwischen Virtuosität und Wahnsinn handelt. Während Intro und Opener „Fell Off The Floor, Man“ noch verschroben und kauzig um die Ecke biegen, wird spätestens bei „Little Arithmetics“ klar, dass die Band ihren kompromisslosen und eigenwilligen Weg, unterschiedlichste Musikstile zu mischen, perfektioniert hat.

Foto: dEUS
Spätestens wenn bei „Gimme The Heat“ Violine und Gitarre leicht schief unter Tom Barmans markanter Stimme versuchen, für Unruhe zu sorgen, und im Refrain schließlich alles perfekt ineinandergreift, versteht man die Wucht des Songwritings dieser Band. Zumal nach zweieinhalb Minuten ein Piano einsetzt, das die Beatles kaum besser hätten schreiben können.
Das Beeindruckende an „In A Bar, Under The Sea“ ist, dass trotz all dieser großartigen Momente die beiden besten Stücke des Albums erst noch kommen. Mit „Disappointed In The Sun“ und „(For The) Roses“ haben dEUS noch zwei Asse im Ärmel, die sie in einem perfekten Spannungsbogen ans Ende dieser wirklich beeindruckenden Platte setzen.
Dass dEUS auch lyrisch einiges zu bieten haben, beweisen sie nicht nur bei der vom Piano getragenen „Disappointed In The Sun“, die wohl zu den eingängigsten Nummern der Band gehört.
„Under the sea, is where I’ll be. No talking ‚bout the rain no more. I wonder what thunder will mean, when only in my dream the lightning comes before the roar.“ („Disappointed In The Sun“)
Mit der Analyse einzelner musikalischer oder textlicher Passagen ließen sich problemlos ganze Seiten füllen – zu Recht, wie ich finde. Man könnte aber auch einfach 30 Jahre zurückgehen und darüber nachdenken, dass eine verschrobene Nummer wie „Theme From Turnpike“ nicht nur als Single ausgekoppelt wurde – heute kaum vorstellbar –, sondern auch noch in die britischen Singlecharts einstieg. Was für eine musikalisch tolle und inspirierende Zeit.
„In A Bar, Under The Sea“ erscheint auf dreifach Vinyl mit Gatefold-Cover und Bonustracks.

Band: dEUS
Album: In A Bar, Under The Sea
Label: PIAS
VÖ: 06.03.2026 (digital), 20.03.2026 (Vinyl & CD)
