Ritual Bronze – dto.
Ritual Bronze klingen so sehr nach Post-Hardcore und Emo der frühen 2000er-Jahre, dass es fast irritiert, dass die Band erst seit 2025 existiert. Ihr selbstbetiteltes Debüt wirkt dabei erstaunlich frisch und unverbraucht.
Dass Matt von Steadfast Records ein feines Händchen für stilbewusste Hardcore- und Punkbands hat, dürfte der geneigten Crazewire-Leserschaft längst bekannt sein. Ritual Bronze reihen sich nahtlos in die Liste starker Veröffentlichungen des amerikanischen Indie-Labels ein. Gegründet wurde die Band in Cleveland, Ohio, von Ryan Hardwick, den einige als Sänger der Hardcore-Band Last Gasp kennen dürften. Gemeinsam kanalisiert das Quartett jene besondere emotionale Wucht, die einst auch Bands wie The Casket Lottery oder The Appleseed Cast ausgezeichnet hat.
Die Songs leben von einer gekonnt eingesetzten Laut-leise-Dynamik, der eine tiefe Melancholie innewohnt. Inhaltlich kreisen die Texte um schmerzhafte Verluste, Drogenmissbrauch und die politische Erschöpfung in Zeiten zunehmender autoritärer Tendenzen.
Auch wenn das Rad musikalisch nicht neu erfunden wird, sind die neun Songs wahnsinnig gut. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um das instrumentale Zwischenspiel „Ornament“, den Brecher „Memories Lodged In The Nervous System“ oder das von Emo-Anleihen durchzogene „Visceral Passion“ handelt.
Ritual Bronze sind eine jener Bands, von denen man hierzulande vermutlich viel zu wenig hören wird. Das ist bedauerlich, denn sowohl die Band als auch dieses Album hätten eine deutlich größere Hörerschaft verdient. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum ist auf jeden Fall ganz schön gut geworden.

Band: Ritual Bronze
Album: Ritual Bronze
VÖ: 12.06.2026
Label: Steadfast Records
