Bush – I Beat Loneliness
Die im Jahr 1991 in London gegründeten Alternative-Rocker Bush veröffentlichen mit „I Beat Loneliness” ihre zehnte Studio-LP, die mit zwölf kraft- wie gefühlvollen Stücken und Gavin Rossdales seit jeher so zerbrechlich wirkendem Gesang überzeugt.
„Musikalisch will ich so hart und gleichzeitig so sanft wie möglich sein“, erklärt Sänger und einzig verbliebenes Gründungsmitglied Rossdale. „Es ist das Spiel von Festhalten und Loslassen im Leben – und wir brauchen diese Momente des Loslassens.“
Den Grundstein für die neue Platte legte der Bush-Frontmann Anfang des Jahres 2024, als er das Gros der Songs in seinem Homestudio schrieb – noch vor dem Release von „Loaded: The Greatest Hits 1994-2023“ und der begleitenden Jubiläumstour im vergangenen Jahr.
Nach eben dieser Tournee arbeitete Gavin Rossdale (Vocals, Gitarre) zusammen mit seinen aktuellen Bush-Bandmates Chris Traynor (ebenfalls Gitarre), Corey Britz (Bass) und Nik Hughes (Schlagzeug) gemeinsam mit Produzent Erik Ron (unter anderen Panic! At The Disco) an der Finalisierung des Longplayers.
Sympathische Fragilität
Viele der Lieder spiegeln unsere allgegenwärtige, zerrissene Welt wider und handeln von Missverständnissen, Spaltung und Isolation. Über allem thront Gavin Rossdales eindringlich-markante Stimme, die immer einen leichten Hauch von Melancholie in sich trägt, trotz aller Kraft dabei so sympathisch fragil wirkt und sich mitten ins Hirn und Herz der Fans eingräbt.
Anspieltipps sind der wuchtige Titeltrack „I Beat Loneliness“ samt seiner druckvollen Beats und verzerrten Gitarrenriffs, das wütende, von explosiven Drums getriebene „60 Ways To Forget People“, das mit kühlen Synthiesounds untermalte „Footsteps In The Sand“ und der verträumte Albumcloser „Rebel With A Cause“.
Standout-Track der Platte ist das ergreifende „Don’t Be Afraid“, in dem Rossdale sein Talent für große Melodien einmal mehr offenbart und die Zuhörerschaft tief in seine Seele blicken lässt – schonungslos und in scharfsinniger Selbstreflexion. So viele dächten, sie würden nicht genügen und hätten davor Angst, so der einstige Post-Grunge-Beau. „Jeder von uns kämpft einen Kampf womit auch immer und muss damit umgehen.“
Unermüdlicher Antrieb
Seit er mit 17 Jahren das College verließ, um Musik zu machen, sei sein innerer Antrieb unermüdlich und habe nie nachgelassen, so Gavin Rossdale. „Und obwohl ich weiß, wo in dieser verrückten Welt mein Platz ist, bin ich nach wie vor voller Ehrfurcht, wie gewaltig und grenzenlos Musik sein kann.“ Rund 25 Millionen verkaufte Tonträger lassen keinen Zweifel an seinen Ambitionen und seiner Kunst, die seit jeher von PJ Harvey, Nine Inch Nails und Nick Cave inspiriert ist.
Seine Disziplin führt das Bush-Mastermind darauf zurück, „lange Zeit wirklich erfolglos gewesen zu sein“. Was auf den ersten Blick irritierend erscheint: War Bushs in Eigenregie releastes Debütalbum „Sixteen Stone“ von 1994 doch schon ein echter Banger, ganz zu schweigen vom zwei Jahre darauf erscheinenden Grammy-nominierten Nachfolger „Razorblade Suitcase“. Rossdale betont jedoch, dass er bereits für eine lange Zeit in Bands gespielt habe, bevor Bush mit Alternative-Klassikern wie „Machinehead“ und „Glycerine“ durchstarteten.
Sein erstes Album habe er geschrieben, ohne ernsthaft daran zu glauben, dass es überhaupt ein Publikum dafür gäbe, so Gavin Rossdale. „Jetzt, mit der neuen Platte, will ich die Fans nach wie vor begeistern und ihrer Liebe zu meiner Musik etwas zurückgeben.“ Was ihm und seiner Band mit „I Beat Loneliness“ ganz vorzüglich gelungen ist.
Live touren Bush übrigens in diesem Herbst durch Europa inklusive mehrerer Shows in Deutschland – als Supportact der dänischen Metaller Volbeat.
Band: Bush
Album: I Beat Loneliness
VÖ: 18.07.2025
Label: Ear Music