José González – Against The Dying Of The Light

José González macht mit seinem neuen Album „Against The Dying Of The Light“ dort weiter, wo er 2021 mit „Local Valley“ aufgehört hat. Schöne Gitarren-Pickings, schlaue Themen und seine markante Stimme begeistern auch dieses Mal.

Dabei muss man nicht jeden Song gut finden. Das eher hektische „Losing Game (Sick)“ finde ich eher anstrengend, als dass es mich begeistern würde. Auf der anderen Seite sind solche Variationen auf einem José-González-Album natürlich vonnöten – sorgen sie doch für Abwechslung.

Seit seinem Riesenerfolg „Heartbeats“ – inzwischen auch schon 20 Jahre alt – hat der gebürtige Schwede auf seinen Alben immer wieder bewiesen, was für ein fantastischer Songwriter er ist. Das tut er auf „Against The Dying Of The Light“ erneut. Stücke wie der wundervolle Titeltrack oder der Opener „A Perfect Storm“ unterstreichen das eindrucksvoll.

Aber nicht nur musikalisch weiß der Schwede zu überzeugen. In der Tradition von Folk als Protestmusik fordert José González seine Hörer*innen dazu auf, sich gegen Systeme zu wehren, die entmenschlichen und spalten. Das mündet dann auch schon mal in dem eindringlichen Appell, in einer Zeit, in der Technologie zunehmend unser Denken, Fühlen und Miteinander prägt, das Licht der Menschheit – so unzulänglich und unvollkommen sie auch sein mag – zu bewahren. „Celebrate The Fucking Fact That We’re Alive“, singt er dann auch im besagten Titeltrack. Recht hat er, tut man das gefühlt viel zu selten.

In Zeiten, in denen es im Alltag eher stressig zugeht und die Nachrichten täglich über den Wahnsinn einer aus den Fugen geratenen Welt berichten, ist es schön, ein regulierendes und kluges musikalisches Gegengewicht wie José González auf den Plattenteller legen zu können – und sei es nur, um dieser Welt für 45 Minuten zu entfliehen.


Künstler: José Gonzáles
Album: Against The Dying Of The Light
Label: City Slang
VÖ: 27.03.2026