H-BLOCKX – Fillin_The_Blank

Es ist gar nicht so lange her, da veröffentlichten die H-BLOCKX ihr Debütalbum „Time To Move“ als Vinyl-Reissue. Und ich war überrascht, wie gut das Album – immerhin 30 Jahre alt – heute noch klingt. Fillin_The_Blank wirkt dagegen erschreckend aus der Zeit gefallen.

Okay, der Opener „Straight Outta Nowhere“ ist ein Crossover-Brecher, der in den 1990er-Jahren sicherlich ein Hit hätte werden können. Auch die aktuelle Single-Auskopplung „Desperado“ ist ein ganz ordentlicher Song, der allerdings vor allem von seinem Refrain lebt. Danach wird es jedoch schon etwas bemühter. „What The Funk“ hat ein Wortspiel als Titel, das wir bereits in den besagten 1990er-Jahren benutzt haben. Dass der Song dann 1:40 Minuten braucht, bis überhaupt eine Gitarre einsetzt, die vielleicht als Funk-Gitarre durchgeht – geschenkt. Vielleicht verstehe ich den Witz auch einfach nicht.

Apropos Witz: Ob „Licky Licky“ eine Anspielung oder Hommage an „Tricky“ von RUN-D.M.C. sein soll … man weiß es nicht. Der Song kommt auf jeden Fall erschreckend platt um die Ecke. Sich jedoch stumpf an den H-BLOCKX abzuarbeiten, wäre derweil zu einfach. Das Album ist gut produziert (oder, wie wir früher gesagt hätten: „fett“ produziert) und hat durchaus seine Momente. Das ist wiederum nur logisch – schließlich haben Henning, Gudze, Tim und Steddy in den vergangenen Jahrzehnten nie verlernt zu grooven, was das Zeug hält.

Die Live-Präsenz der Band – oder besser: ihre absolut unbestrittenen Live-Qualitäten – werden einigen der Songs auf Fillin_The_Blank einen ordentlichen Wumms verpassen, sodass eine gewisse Eigendynamik entstehen dürfte. Da bin ich mir ziemlich sicher. Auf Platte allerdings – und da muss ich ehrlich sein – ist das Ganze mitunter sehr anstrengend.


Band: H-BLOCKX
Album: Fillin_The_Blank
VÖ: 06.03.2026
Label: Solitary Man Records