Angel Du$t – Cold 2 The Touch
Angel Du$t sind nicht dazu gedacht, bequem zu sein. Mit ihrem sechsten Output „Cold 2 The Touch“ rütteln die Jungs aus Baltimore wieder kräftig am Hardcore-Korsett, mischen Pop-Appeal, Punk-Energie und Rock-’n’-Roll-Attitüde – und machen so Bewegung zum Prinzip.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 sind Angel Du$t so etwas wie ein gewollter Störfaktor im Hardcore-Punk-Gefüge. Mastermind Justice Tripp rief die Band – damals übrigens gemeinsam mit drei Mitgliedern der heutigen Allesabräumer von Turnstile – ursprünglich als Gegenpol zu seiner Hauptband Trapped Under Ice ins Leben. Angel Du$t sollten offener, melodischer und weniger streng daherkommen; so der Plan. Und was anfangs irritierte, wurde schnell zur Blaupause. Angel Du$t verbanden Hardcore-Energie mit Pop, ohne sich anzubiedern, und beeinflussten damit gleich einen ganzen Haufen anderer Gitarrenbands.

Für Angel Du$t ist Stillstand keine Option. (Foto: Jack Tripper)
Trotz wachsender Anerkennung blieb die Band vor allem aber eines: rastlos. Ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Stillstand, zahlreiche Line-up-Wechsel und damit einhergehende neue Einflüsse sorgten dafür, dass Angel Du$t nie zur Kopie ihrer selbst wurden. „Der Energiefluss ist ein riesiger Teil von dem, was wir machen“, sagt Justice selbst. „Wir müssen Bewegung auslösen – ich kann es nicht ausstehen, wenn Leute bei uns einfach nur rumstehen.“ Deshalb sei ihm auch echter Hardcore-Impact so wichtig, selbst wenn er Angel Du$t nicht wirklich als Hardcore-Band verstanden wissen will. Denn, so der Frontmann: „Melodie ist eine weitere wichtige Zutat, genauso wie der authentische Einfluss bluesiger, chromatischer Rock-’n’-Roll-Strukturen – Punk, Hardcore, Rock ’n’ Roll, das sind einfach alles verschiedene Energiefelder, die wir zu nutzen versuchen.“
„Cold 2 The Touch“, das sechste Album seiner Band, wirkt wie die zwangsläufige Essenz dieser Haltung. Produziert von niemand Geringerem als Hardcore-Veteran Brian „Fury“ McTernan – ehemaliger Frontmann der D.C.-Legende Battery, die so gekonnt New School und Old School mischten, und heutiger Betreiber des nach einem Minor-Threat-Song benannten Salad Days Studio in Baltimore – präsentiert sich das Album als zugleich dichter und aggressiver, aber ebenso melodischer und verspielter Output.
Songs wie der stampfende Opener „Pain Is A Must“, der folgende Titeltrack und das frühe Highlight „I’m The Outside“ drängen unmittelbar nach vorne, während experimentellere Stücke wie „Jesus Head“ oder „Du$t“ mit unkonventionellen Texturen und Arrangements eindeutig das Wesen des Albums erweitern, ohne es zu irgendeinem Zeitpunkt zu verwässern. Die zahlreichen Gastauftritte – von Scott Vogel (Terror) über Frank Carter (Gallows, Frank Carter & The Rattlesnakes) bis Wes Eisold (Cold Cave) – wirken dabei wie logische Erweiterungen eines Werks, das von kollektiver Energie lebt. Ganz nach dem Geschmack von Produzent Brian: „Es ging mir darum, möglichst die Einflüsse aller Beteiligten zu bündeln, und ich glaube, es ist tatsächlich der bisher kollaborativste Angel-Du$t-Longplayer geworden.“
„Cold 2 The Touch“ präsentiert Angel Du$t in ihrer bislang facettenreichsten und doch schlüssigsten Form: roh und melodisch, aggressiv und verspielt, individuell und kollektiv zugleich. Ein Album, das seine Kraft aus der Vielfalt zieht und genau damit zum harten Kern der Band vordringt.

Band: Angel Du$t
Album: Cold 2 The Touch
VÖ: 13.02.2026
Label: Run For Cover
