Trans Am – Volume X

Nicht so richtig viel Neues auf der neuen Trans Am, aber viel gute Musik! Die Zutaten wurden ein bisschen anders gemischt und hier und da verfeinert, die Sounds sind oft bekannt von „Liberation“ (Vocoder, Analogsynth) und anderen Alben. Und auch die Hinwendung zu kosmischer Musik/Krautrock seit dem 2007er-Album „Sex Change“ (und weit vorher) wird weiterverfolgt – Mal sehr offensichtlich wie bei „Nightshift“, mit geshuffeltem Motorikbeat und geilem New Age Synth-Riff. Oder eher eklektisch mit Anleihen an den esoterisch angehauchten Schlager der Soloplatten von Michael Rother – und das ist als Kompliment gemeint. Trans Am sind neben Tortoise eh die krautigste von den alten Postrock Bands.

Axis Of Awesome

Axis Of Awesome

Gloria, Köln
Okay, das hier ist kein Bericht über ein „richtiges“ Konzert. Vielmehr ist es ein Bericht über eine australische Comedy-Truppe, die mit den Klischees des Musik-Business spielt und somit dem Pop-Publikum den Spiegel vorhält. Wobei, wenn wir ehrlich sind, ist das ein wenig überinterpretiert. Aber der Gedanke es könnte so sein, gefällt mir.

INVSN

Studio 672, Köln
Als Mat Reetz die ersten Takte auf der kleinen Kellerbühne singt, nur unterstützt durch seine verstärkte Gitarre, ist das Studio 672 zunächst noch sehr spärlich gefüllt. Das ändert sich zum Glück im Laufe des leisen, feinen Support-Sets, das überwiegend aus den Solostücken des aktuellen Blackmail-Sängers Mathias besteht und mit einem Coverstück seiner Lieblingsband Guided By Voices endet: „Game Of Pricks“. Mathias freut sich darüber, dass die Anwesenden etwas mit dieser Band anfangen können — in Münster sei das vor ein paar Tagen noch ganz anders gewesen, das Publikum dort war wohl einfach dafür „zu jung“.

Burn The Place You Hide

Am 5. September 2007 starb mit Thomas Hansen einer der authentischsten Musiker, die Norwegen in den vergangenen 20 Jahre zu bieten hatte. Mit seiner „Cornerman“ EP schaffte er es nicht nur in die norwegischen Charts, sondern auch in die Royal Albert Hall. Glücklich wurde St. Thomas, so sein Künstlername, trotzdem nicht. Die beiden englichen Filmemacher Richard Knigths und Gary Reynolds haben sich dem Leben von Thomas Hansen angenommen und eine Dokumentation produziert. In „Burn The Place You Hide“ kommen Familienmitglieder, Freunde und alte Weggefährten zu Wort. Grund genug für uns bei den Filmemachern nach dem aktuellen Stand der Dinge zu fragen.

Der Klang der Wörter

Wer diese Seite aufmerksam verfolgt, der weiß, dass ich großer Brandtson-Fan bin. Und auch wenn ich ihr letztes Album „Hello Control“ nicht mehr wirklich gut fand, es gibt wohl kaum eine Band, die ich häufiger gehört habe in den vergangenen 15 Jahren. Umso schöner, dass zwei ehemalige Bandmitglieder eine neue, tolle Band am Start haben. Golden Streets Of Paradise nennt sich das Duo, das gerade eine Debüt-EP online gestellt hat. Ich sprach mit Gitarrist und Sänger Myk Porter über seine neue Band, das Aus von Brandtson und den Anspruch, der heute hinter seiner Musik steht.

c/o pop 2014 – Nick Waterhouse

Köln zeigt sich heute Abend wahrhaftig nicht von seiner schönsten Seite – grauer Himmel und regelmäßige Regenschauer vermiesen einem ein wenig die Konzertlaune. Auch die mäßig gemütliche Location, der Club Bahnhof Ehrenfeld, kann da nicht helfen. Dennoch: eine erstaunliche Menge an Menschen hat sich eingefunden, um einen Abend mit einem der interessantesten Retro-Soul-Acts der letzten Jahre zu verbringen. Das Nick Waterhouse mich mit seinen Alben extrem begeistert hat, ist kein Geheimnis. Nun bin ich gespannt, wie er die ausgefeilten und auf vielen Musikern aufbauenden Arrangements auf Live-Konzerte übertragen will.

Ton Steine Schreben

c/o pop 2014 – Ton Steine Scherben

Um die Geschichte von Ton Steine Scherben zu erklären, müsste ich einen Roman schreiben. Von der Ausbeutung durch die Linke Bewegung in den 1960er und 70er Jahren, die sie zur unbezahlten Hausband machen wollte. Von der Auswanderung nach Nordfriesland, um die künstlerische Freiheit wiederzuerlangen. Vom Schuldenhaufen, der letztlich 1985 zur Auflösung führte und die Solo-Karriere von Rio Reiser motivierte. Und von den Unmengen an Menschen, die an dieser Band mitgewirkt haben. Da aber mittlerweile unzählige Bücher und Dokumentationen zu dem Thema erschienen sind, kann ich mir das sparen.

The Sigourny Weavers – Blockbuster

Das zweite Album „Blockbuster“ zu nennen, zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein – oder aber ist Ausdruck einer wie auch immer ausgeprägten Hollywood-Affinität innerhalb dieser schwedischen Band. Schließlich ist die Namensgeberin des Quintetts eine der Ikonen des US-amerikanischen Kinos des späten 20. Jahrhunderts, die mit „Alien“ und „Ghostbusters“ dann auch tatsächlich an einigen Kassenschlagern mitgewirkt hat. 30 Jahre nach dem letztgenannten Film kommen nun The Sigourney Weavers mit ihrem „Blockbuster“ daher.

BANKS, Gloria Theater Köln

Eine Überzahl an hübsch gekleideten Mädchen tummelt sich am sommerlichen Donnerstagabend im Kölner Gloria-Theater. Die männlichen Vertreter sind rar, und wenn, dann nur als Begleitung ihrer Freundin zu erblicken oder kollektiv in testosterongesteuerter Runde, um die schöne Jillian Banks anzuhimmeln.

Bonaparte – Bonaparte

Obwohl „Bonaparte“ bereits das vierte Studioalbum der in Berlin ansässigen Electro-Punk-Whatever-Combo um den Schweizer Tobias Jundt ist, hatte ich Bonaparte nie so richtig in meinem Fokus. Auch wenn ich zu früheren Hits wie „Anti Anti“ natürlich auch schon mal das Tanzbein geschwungen hatte – da führte zumindest temporär schließlich kaum ein Weg dran vorbei. Ebenso kam ich bereits in den Genuss, eine der exzentrischen und wild kostümierten Liveshows der Band besuchen zu dürfen. In solchen Kontexten funktioniert Bonaparte dann auch mehr als gut und man kann die gewachsene Popularität der Gruppe nachvollziehen.