Lygo – Sturzflug

Promo-Exemplare von Alben werden in der Regel mit Pressetexten ausgeliefert, die einem wortgewaltig erklären, warum man gleich den neusten und allerheißesten Scheiß zu hören bekommen wird. Man liest, wie sich Künstler X gekonnt vom Rest der musikschaffenden Zunft abhebt und kann sich schon vorweg seelisch darauf vorbereiten, das prägendste Album des Jahres zu erleben.

Findus – Vis A Vis

Es gibt menschliche Wesenszüge, die man als eher bequeme Person nicht so recht nachvollziehen kann. Im Zuge der Post-Adoleszenz begegnet man häufiger Menschen, die in ihrem Tun mehr als fleißig und motiviert erscheinen. Oftmals werden sie von ihrem Ehrgeiz angetrieben, was eher unsympathisch ist. Von Zeit zu Zeit trifft man jedoch Personen, deren Arbeitseifer von ihrer Euphorie für das, was die da tun, getragen wird und das ist dann doch irgendwie bewundernswert.

Pascow – Diene der Party

Nach Matulas „Auf allen Festen“ und „Fun“ von Die Nerven folgt nun bereits das nächste Album im noch frischen Jahr 2014, das zumindest vom Titel her Partyassoziationen weckt. Glücklicherweise verfliegen diese Assoziationen ähnlich schnell wie bei den ebenso starken Platten der ebengenannten Bands. Bereits nach wenigen Takten und den ersten Zeilen aus „Die Realität ist schuld, dass ich so bin“ wird klar, dass Pascow weiterhin ernsten und druckvollen Punkrock spielen.

James Blake, E Werk Köln

Schilder am Eingang des Kölner E-Werks warnen an diesem kalten Donnerstag Abend vor Stroboskoplichtern und empfehlen außerdem Ohrenstöpsel. Wieso diese Hinweise bei einem Konzert von James Blake, dem James Blake, dessen Musik doch bisweilen so ruhig und fast schon langweilig wirkt, sinnvoll erscheinen, wird mir später deutlich werden.

The xx Night & Day, Spreepark, Berlin

Ein Konzert von The xx trifft dich mit voller Wucht. Es verpasst dir eine gehörige Portion Gänsehaut, jagt dir den vibrierenden Bass durch Mark und Bein, saugt dich völlig ein in die faszinierende Klangwelt und lässt dich nicht mehr los. Ein musikalisches Erlebnis, das seinesgleichen sucht und dessen Zeuge ich am Samstag bereits zum dritten Mal wurde. Aber was genau war eigentlich los?

Groezrock Festival 2013 Tag 2 – Meerhout, Belgien

Leicht verkatert und leider komplett ohne Schlaf finde ich Kollegin Christina nach zwölf Stunden Suche endlich vor einer der Hauptbühnen wieder. Überfüllt von Glücksgefühlen, endlich ein vertrautes Gesicht zu sehen, vergesse ich die Anstrengungen der vergangenen Nacht und lausche gespannt den Klängen von Nothington, die ich bereits wenige Tage zuvor im Kölner MTC gesehen habe. Rauchige Stimmen, schwere Gitarren und eingängige Texte. Kurzum solider kalifornischer Punkrock. Etwas schade, dass gerade diese Band den zweiten Festivaltag eröffnen muss und sich die Fläche vor der Bühne eher langsam mit verschlafen dreinblickenden Menschen füllt.