Chris Cornell – Higher Truth

Zu Chris Cornell habe ich ja eine ganz spezielle Beziehung. Schon als Grunge-Rocker fand ich Soundgarden im Vergleich zu Nirvana, Pearl Jam, Seaweed, Sunny Day Real Estate und ungefähr 30 anderen Bands überbewertet wie Sau.

Mist – The Loop of Love

Es muss im Sommer 2004 gewesen sein. Mit Fabian, mit dem ich damals Crazewire gegründet habe, mache ich mich auf den Weg zum Haldern Pop Festival. Ein bisschen aufregend war das schon, unser erstes Festival als Journalisten. In meiner Erinnerung gab es Freibier, einen sehr betrunkenen Adam Green und ein belgisches Spiegelzelt, in der ich eine Band namens Mist kennen lernte.

The Libertines – Anthems for doomed youth

2002 lebe ich in einer Stadt ohne Freunde, in einer Beziehung ohne Nähe, spiele in einer Band ohne Perspektive und studiere ohne Aussicht auf einen Abschluss. Ich bin 28 Jahre jung, ersetze tägliches Kiffen soeben konsequent durch zu viel Alkohol und befinde mich, enttäuscht von den letzten Oasis-Alben, in einem nicht enden wollenden Zustand des Verblassens. Bis zu jenem Schrei.

The Grenadines – dto.

Singalong Folk-Pop aus Kopenhagen steht im Infozettel geschrieben. Folk-Pop, das Unwort der vergangenen Jahre. Ich weiß derweil gar nicht mehr, was ich schlimmer finde, all die Singer-/Songwriter, oder die ganzen Folk-Popper.

Reeperbahn Festival 2015 – 23.-26. September 2015

It ́s a people business! Wie man es auch dreht und wendet: Die wichtigste Rolle im Musikgeschäft spielen persönliche Kontakte. Und nirgends kann man diese Kontakte besser pflegen und erweitern als in den vier Tagen auf der Hamburger Reeperbahn, wo aus der Mischung Musik, Kunst und Konferenz seit zehn Jahren eine ganz besondere Atmosphäre entsteht, die Jahr für Jahr mehr Besucher anlockt.

Destroyer – Poison Season

Wäre ich ein Destroyer, ich hätte verdammt viel zu tun. Ich würde Grenzzäune zerstören und Waffen. Ich würde alle Highlander-Filme zerstören, außer den Ersten. Lobbys müssten dran glauben, Tiermastbetriebe, Diktaturen, Kölsch Brauereien, radikale Gruppierungen und die letzte Staffel von „How I Met Your Mother“. Die aktuelle Herbstkollektion von H&M – weg wäre sie, genau wie jede sogenannte Bürgerbewegung mit „Gida“ im Namen, der enttäuschende Roman „Bad Monkeys“ des sonst großartigen Autors Matt Ruff und die GEZ. Das menschliche Ego als Wurzel allen Übels, Metastasen und Wettbüros, Pelz tragen und Homophobie – und tschüss.

Duran Duran – Paper Gods (Deluxe Version)

In meinem Kurzurlaub am Meer fällte ich eine folgenschwere Entscheidung. Ich möchte nicht länger als Katze wiedergeboren werden. Lieber als Seevogel. Möwen sind eine Vogelfamilie, die mit wissenschaftlichem Namen Laridae heißt, doch reagieren sie bei Zuruf auf den ebenso wenig wie auf Jonathan, den Titel jenes Buches, das sie seinerzeit als Symbol der Freiheit und Selbstverwirklichung in die Köpfe unzähliger Sinnsucher zementierte.

The Frames – Longitude

Ein bisschen gewundert habe ich mich schon, als ein neues The Frames-Album angekündigt wurde, schließlich ist deren Sänger Glen Hansard seit dem „Once“-Soundtrack eher alleine unterwegs. Noch mehr gewundert habe ich mich dann darüber, dass mit „Star Star“ und „People Get Ready“ zwei mir schon bekannte Songs auf dem Album enthalten sind. Ein Blick ins Internet klärt mich dann jedoch auf:

Nicole Willis & The Soul Investigators – Happiness In Every Style

Nicole Willis & The Soul Investigators könnte man sich gut auf Daptone Records vorstellen, diesem außergewöhnlichen Hort des analogen Soul und Funk. Und wären die Band und ihre Songwriterin und Sängerin in Brooklyn ansässig, sie wären vermutlich schon lange dort untergekommen. Das 2005er Debüt „Keep Reachin Up“ zählt mittlerweile zu den unverzichtbaren Werken jener oft als Soul Revivalisten beschriebenen Szene.