Category Archives: Platten

The Sigourny Weavers – Blockbuster

Das zweite Album „Blockbuster“ zu nennen, zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein – oder aber ist Ausdruck einer wie auch immer ausgeprägten Hollywood-Affinität innerhalb dieser schwedischen Band. Schließlich ist die Namensgeberin des Quintetts eine der Ikonen des US-amerikanischen Kinos des späten 20. Jahrhunderts, die mit „Alien“ und „Ghostbusters“ dann auch tatsächlich an einigen Kassenschlagern mitgewirkt hat. 30 Jahre nach dem letztgenannten Film kommen nun The Sigourney Weavers mit ihrem „Blockbuster“ daher.

Bonaparte – Bonaparte

Obwohl „Bonaparte“ bereits das vierte Studioalbum der in Berlin ansässigen Electro-Punk-Whatever-Combo um den Schweizer Tobias Jundt ist, hatte ich Bonaparte nie so richtig in meinem Fokus. Auch wenn ich zu früheren Hits wie „Anti Anti“ natürlich auch schon mal das Tanzbein geschwungen hatte – da führte zumindest temporär schließlich kaum ein Weg dran vorbei. Ebenso kam ich bereits in den Genuss, eine der exzentrischen und wild kostümierten Liveshows der Band besuchen zu dürfen. In solchen Kontexten funktioniert Bonaparte dann auch mehr als gut und man kann die gewachsene Popularität der Gruppe nachvollziehen.

Douglas Dare, Whelm

Eigentlich ist Douglas Dare ein Gedichteschreiber. Und ein Geschichtenerzähler. Seine wohlbedachten Worte verpackt er in Versform, dann hüllt er sie in die atmosphärischen Klänge eines Grand Pianos ein. Hervorgekommen sind dabei zehn wunderbare Stücke Musik, die auf seinem Debütalbum „Whelm“ zu finden sind. Die bereits im vergangenen Herbst erschienene EP „Seven Hours“ ließ Großes erahnen – und Dare setzt nun fort, was dort begann. Beim Independent-Label Erased Tapes Records befindet er sich damit neben Nils Frahm und Olafur Arnalds in bester Gesellschaft.

The Faint – Doom Abuse

So richtig damit gerechnet hatte man eigentlich nicht mehr, doch sechs Jahre nach Fasciinatiion und zwei Jahre nach dem EP-Lebenszeichen „Evil Voices“ melden sich The Faint mit einem neuen Album zurück. Das tatsächliche Erscheinen des Albums wirkt dabei fast überraschender als der Sound der Platte: „Doom Abuse“ ruft bereits beim ersten Hören vergessen geglaubte Erinnerungen an die frühen Jahre des aktuellen Jahrtausends, als Indie-Disko noch nicht abwertend verstanden wurde und der bewegungsfaule Rezensent zu den Hits der Band wie „Agenda Suicide“ oder „I Disappear“ erfolglos aber euphorisch versuchte, das Tanzen zu erlernen, ins Gedächtnis zurück.

Herr Berlin – Decoder

Es ist gerade erst zwei Wochen her, dass Crazewire Herausgeber Lasse Paulus der Trierer Musikszene attestierte, dass in ihr zumindest gefühlt mehr passiert als im Kreise der Musikschaffenden seiner Wahlheimat Düsseldorf. Passend dazu steht mit „Decoder“ die nächste Veröffentlichung aus der kreativ scheinbar aufstrebenden Moselprovinz an.

Lygo – Sturzflug

Promo-Exemplare von Alben werden in der Regel mit Pressetexten ausgeliefert, die einem wortgewaltig erklären, warum man gleich den neusten und allerheißesten Scheiß zu hören bekommen wird. Man liest, wie sich Künstler X gekonnt vom Rest der musikschaffenden Zunft abhebt und kann sich schon vorweg seelisch darauf vorbereiten, das prägendste Album des Jahres zu erleben.

Findus – Vis A Vis

Es gibt menschliche Wesenszüge, die man als eher bequeme Person nicht so recht nachvollziehen kann. Im Zuge der Post-Adoleszenz begegnet man häufiger Menschen, die in ihrem Tun mehr als fleißig und motiviert erscheinen. Oftmals werden sie von ihrem Ehrgeiz angetrieben, was eher unsympathisch ist. Von Zeit zu Zeit trifft man jedoch Personen, deren Arbeitseifer von ihrer Euphorie für das, was die da tun, getragen wird und das ist dann doch irgendwie bewundernswert.

Pascow – Diene der Party

Nach Matulas „Auf allen Festen“ und „Fun“ von Die Nerven folgt nun bereits das nächste Album im noch frischen Jahr 2014, das zumindest vom Titel her Partyassoziationen weckt. Glücklicherweise verfliegen diese Assoziationen ähnlich schnell wie bei den ebenso starken Platten der ebengenannten Bands. Bereits nach wenigen Takten und den ersten Zeilen aus „Die Realität ist schuld, dass ich so bin“ wird klar, dass Pascow weiterhin ernsten und druckvollen Punkrock spielen.