All posts by René Grandjean

The Cure – Live in Köln (10.11.2016)

Zweiunddreißig Jahre mussten vergehen, zwischen dem Kauf meines ersten The Cure-Albums und dem Moment, in dem Robert Smith, Simon Gallup und ich sich endlich im selben Raum befinden. Ob es für die beiden so schön war wie für mich, dass kann ich nur hoffen. Vielleicht haben sie mich aber auch gar nicht bemerkt, denn es war ein wirklich großer Raum mit Siebzehntausend Menschen. The Cure live in der Lanxess Arena zu Köln.

The Wytches – All Your Happy Life

Die Tage kurz, die Nächte endlos, Düsternis hat die Welt umfangen. In jenen schweren Stunden fürchte ich keine Horror-Clowns, keine Apokalypse, weder Tod noch Teufel. Was mir Angst zu machen vermag ist längst geschehen. Eine meiner Liebsten ging von uns. Sie und ich, wir kannten uns seit 2010, trafen einander wie zufällig in einer stürmischen Halloweennacht.

Purple – Bodacious

Ich wette, die Schweine in der Redaktion haben einen Heidenspaß, wenn sie die Alben für die Rezensionen verteilen. Das geht dann sicher so: „Oh, hör’ mal, das schicken wir dem Grandjean, das wird er hassen!“ Biere werden geöffnet, man prostet sich zu und macht Furzgeräusche mit den Achselhöhlen. (in etwa genau so. Anm. d. Red.) Mobbing ist das, was ich nicht länger hinnehmen werde. Arbeitsrechtliche Schritte sind eingeleitet.

Conor Oberst – Ruminations

Ach Conor, immer Kummer, trotz gutem Aussehen, Talent und Ruhm. Hast mit Saddle Creek eines der Labels schlechthin ins Leben gerufen, mit Bright Eyes richtungsweisende Alben aufgenommen, spannende Projekte wie Monsters of Folk initiiert und eine unübersichtliche Menge fantastischer Lieder für die Ewigkeit komponiert.

Blood Orange – Freetown Sound

Manchmal habe ich den richtigen Riecher. So wusste ich bereits, dass Dev Hynes eines Tages Großes vollbringen würde, als er noch unter dem Pseudonym Lightspeed Champion Folkmusik spielte. Zweifelsohne, das war gute Folkmusik, aber die engen Grenzen dieses Genres schienen mir Hynes kreativem Potenzial nicht gerecht zu werden.

Pixies – Head Carrier

Death to the Pixies! Im Sommer 1991 war es mir vergönnt, die Pixies auf dem Bizarre-Festival in Gießen live zu erleben. Ich erinnere mich, dass sie mir gefielen, überaus gut sogar, an viel mehr jedoch nicht, weil irgendein Rotzlöffel Reizgas im Publikum versprühte. Deppentum ist nun mal keine Erfindung des einundzwanzigsten Jahrhunderts.

Jenny Berkel – Pale Moon Kid

Verschnupft. Kann nicht rausgehen, das Mammut jagen. Kann nicht mit den anderen Goonies den Schatz des einäugigen Willie finden. Kann nicht vor der Kneipe stehen und mit dem Poptribunal über die Großartigkeit der neuen Single von Sting schwadronieren. Kann nicht den Himalaja durchwandern. Kann keine Hühnersuppe essen. Habe stattdessen ein Huhn gebadet, heiß, mit ganz viel Schaum und Rücken schrubben. Das Badewasser schmeckte schaurig und hat nichts geholfen. Bin verschnupft. Muss rezensieren.

Ryley Walker – Golden Sings That Have Been Sung

2016 ist ein Jahr, indem ich wiederholt von mir selbst überrascht werde. So verschwende ich derzeit mit Begeisterung meine Zeit mit der Serie „Gilmore Girls“. Das hat sicher damit zu tun, dass es aktuell nicht die besondere Frau in meinem Leben gibt. Wie sonst ist es zu erklären, das ich Abend für Abend Lorelai Gilmores hochfrequentes Geplapper ertrage? Mein Speicher muss leer sein.

Alister Turrill – A Toast To Better Times

Gänzlich unantiquierte amerikanische Rootsmusik eines jungen Australiers. Alister Turrill landete vor wenigen Wochen im Schlepptau befreundeter Musiker in meiner Wohnung, spielte in der anbrechenden Dämmerung seine Lieder, hinterließ einen leeren Bierkasten und mein Herz überbordend vor Begeisterung.

Arc Iris – Moon Saloon

Beginnen wir mit Namedropping, bis der Erste kotzt: Arc Iris wurde im Jahr 2012 als Soloprojekt der ehemaligen The Low Anthem-Musikerin Jocie Adams ins Leben gerufen, erblühte im Folgenden mit Zach Tenorio Miller (Keyboards), Ray Belli (Schlagzeug) und zahlreichen Gästen zur Band. „Moon Saloon“, ihr zweites Album, wurde von David Wrench (FKA Twigs) gemischt. Wer gekotzt? Erster! Auf zur Musik.