All posts by René Grandjean

Maximo Park – Risk To Exist

Es soll ja Leute geben, die verbringen ihre Abende gerne mit dem Verpacken von Büchern in Boxen, während sie Maximo Park hören. Das war nie mein Ding. Zum einen lasse ich Auster, Murakami und Ellis gerne an ihren angestammten Plätzen im Regal, zum anderen vermochten Maximo Park mich nie hinterm Ofen hervorzulocken. Wie alle Bands der sogenannten „Class Of 2005“ trug sie in meiner Wahrnehmung lediglich der Brecher einer Welle, die von den Beatles über The Smith zu Oasis führte, bevor sie verebbte.

Gewalt – Live in Bonn (01.04.2017)

„Auf einem Gewalt Konzert ist alles möglich. Nicht auszuschließen, das wir heute noch Koks von deiner Eichel schnupfen“, sagt der mir Unbekannte, von weit her angereiste Supporter von Patrick Wagners neuer Band. Dazu kam es nicht, dennoch wurde es ein intensiver Abend.

Hello Piedpiper – The Raucous Tide

Kürzlich besuchte ich an aufeinanderfolgenden Tagen Konzerte von Roosevelt und The Temperance Movement. So unterschiedlich wie großartig beide Bands sich live präsentieren, sind sie streng genommen doch bloß brillante Diebe, die langen Finger im Schmuckkästen der Musikgeschichte.

Conor Oberst – Live in Köln (21.01.2017)

Vor zehn Jahren, die sich wie hundert anfühlen, hatte ich bereits einmal das Vergnügen, Conor Oberst im Gloria in Köln live zu erleben. Damals war ich in Begleitung, heute bin ich allein, so wie Conor auch ohne seine Band Bright Eyes angereist ist. „An Intimate Solo Performance With“ verhieß die Werbung. Für intim ist es reichlich voll im Gloria, Kölns schönster Location.

Vorbericht: The Temperance Movement – Live in Köln

Wer denkt, Bluesrock wäre lediglich Musik für bierbäuchige Nostalgiker, der irrt. The Temperance Movement aus London sind energetisch genug, diesem dahinsiechenden Genre eine Überdosis Energie zu injizieren und es in die Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit zurück zu katapultieren. Zugegeben, das ist wahrscheinlich längst geschehen, eröffnete die Band doch bereits 2014 für niemand geringeren als die Stones.

Sting – 57th & 9th

Als Sting sich nach Jahren voller Eskapaden entschloss, wieder ein rockiges Album zu machen, wuchsen die Erwartungshaltungen gen Himmel. Endlich wieder Zerbrechlichkeit und Felder aus Gold! Und siehe da, die Vorabsingle „I Can’t Stop Thinking About You“ gefiel. Ein treibendes Gitarrenpicking, marschierendes Schlagzeug, hymnischer Refrain. Natürlich klingt sie nach The Police, was aber nicht überraschen sollte, immerhin war Sting dort Sänger und Bassist, aber das kann ja nicht jeder wissen.

Christian Kjellvander – A Village: Natural Light

Der schwedische Songwriter Christian Kjellvander, der in einer alten Kirche lebt und aufnimmt, hat für sein neues Werk einen Teilzeitjob auf einem Friedhof angenommen, berichtet RP-Online. Er wollte, dass die Erfahrung aus einer handfesten Arbeit in seine Songs einfließt. Und tatsächlich ist „A Village: Natural Light“, eingespielt mit dreiköpfiger Band und Gästen, reich an natürlichen Raumklängen und morbidem Charme, was Ortswahl und Inspirationsquelle offenkundig legitimiert.