All posts by Lars Lindner

Eels – The Deconstruction

Mark Oliver Everett ist zweifelsohne ein merkwürdiger Vogel. Seit vielen Jahren versteckt er sich schon hinter seinem üppigen Vollbart und macht mit seiner Band Eels diese eigenartige, schwelgerische und immer etwas schräge Musik. Vier Jahre nach der Veröffentlichung des letzten Albums „The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett“ steht nun das zwölfte Studioalbum in den Läden.

The Great Faults – Freak In Freak Out

Es hat große Vorteile, eine Band mit nur zwei Musikern zu betreiben. Gerade wenn die Aufteilung sehr klassisch ist. Der mit der Gitarre singt, der hinter dem Schlagzeug sorgt für den Beat und steuert höchstens noch ein paar Backing-Vocals bei. Wenn man sich so aufgeteilt hat, kommt man sich beim Songwriting und der sonstigen Entfaltung der jeweiligen musikalischen Persönlichkeit weit seltener ins Gehege als bei einer zehnköpfigen Artrock-Kapelle.

Isolation Berlin – Vergifte dich

Nichts glaube ich dieser Band. Ich traue nicht der aschfahlen Haut, nicht den 1980er-Jahre-Klamotten. Ich bin mir sicher, sie fühlen keinen ihrer Texte und trinken heimlich Alkopops statt billigem Rotwein. Sie würden so gerne mit dem Rauchen aufhören, weil es ihnen nicht schmeckt, aber leider zur Kreuzberg-Attitüde gehört. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie lieber mal auf die Malediven fliegen würden, als ständig ins morbide Wien oder ins düstere Belgien reisen zu müssen.

Tocotronic – Die Unendlichkeit

Gott sei Dank muss man sich nicht mehr über Tocotonic streiten. Nein, sie sind nicht die begnadetsten Musiker. Nein, ihre Musik eignet sich nicht zur Untermalung einer Schaum-Party. Viel wurde geschrieben, gelästert, gehasst und geliebt, abgefeiert und verrissen. Nach alledem steht eines fest: Tocotronic haben ihren festen Platz in der Deutschen Musikgeschichte, Gegenwart und Zukunft.

WhoMadeWho – Through The Walls

Die drei Dänen aus Kopenhagen können es. Interessante Sounds erzeugen, griffige Songs schreiben und das Ganze auch noch effektvoll und unterhaltsam auf die Bühne bringen. Seit 2003 sind sie schon dabei und liefern kontinuierlich schöne und etwas eigenartige Popmusik.

Morrissey – Low In High School

Man muss sich Morrissey am besten als Grumpy Cat vorstellen. Ich glaube das genügt, um sich nicht zu sehr über ihn aufregen zu müssen. Einige Artikel habe ich in den vergangenen Tagen gelesen, die ihn mal als Wiedergänger rechter Ideen sehen, dann wieder als Verschwörungstheoretiker oder einfach als Mann, dem die Romantik seiner Lieder abhanden gekommen ist. Den Brexit findet er super, Donald Trump hasst er und vom Konsum von Nachrichten empfiehlt er sich fernzuhalten.