All posts by Lars Lindner

Heimatt – The Greatest Story

Wäre da nicht dieser hohe, nölige und stets mit Mengen an Hall unterlegte weinerliche Gesang, könnte ich Heimatt vielleicht gut finden. Es gibt nämlich gute Gründe, sich diese, leider zu soft geratene, Platte anzuhören. Heimatt bieten zumindest eine interessante Mischung aus Elekto-, Pop- und Singer-Songwriter-Klängen. Manchmal wirken sie etwas wie Placebo („Cynical“), an besseren Stellen wie Jack Garratt („Beneath The Surface“) und dann wiederum wie Coldplay („Berlin“). Für Abwechslung ist also gesorgt.

Stereophonics – Scream Above The Sounds

Die Stereophonics sind eines dieser britischen Musikphänomene. Sie haben viele Alben veröffentlicht und raue Mengen davon verkauft. Die Singles setzten sich Wochen und Monate in den Charts fest und mit Preisen wurden sie auch überhäuft. Allerdings fanden diese Ereignisse fast ausschließlich in Großbritannien statt.

Weezer – Pacific Daydream

Kennt noch jemand die Band Third Eye Blind mit ihren äußerst eingängigen Hits „Semi-Charmed Life“ und „Losing a Whole Year“? Diese qualitativ hochwertige Musik inklusive Mitsing-Strophen, gemacht für uncoole Menschen, die nie ein musikalisches Nischendasein angestrebt haben? Die Klänge des ersten Songs „Mexican Fender“ und einige andere auf dem aktuellen Weezer Album „Pacific Daydream“ haben mich sofort an diese 90er Jahre Band erinnert.

Kitty, Daisy & Lewis – Superscope

Tatsächlich fällt es mir schwer über dieses Album zu schreiben. Und warum? Weil es so gut ist und ich nichts zu meckern habe. Aber auch, weil es bei der Musik der drei Geschwister Kitty, Daisy und Lewis Durham nichts Neues zu entdecken gibt. Jedes der zehn Stücke auf „Superscope“ ist perfekt arrangiert und optimal abgestimmt auf den Tonträger gebracht. Aber Kitty, Daisy und Lewis lassen immer eine kleine Restwahrscheinlichkeit des Amateurhaften durchschimmern, die diese Platte wirklich schön und hörenswert macht.

Deutsch Amerikanische Freundschaft – DAS IST DAF

Gibt es eine bestimmte Stimmungslage eines Menschen, die das Anhören eines DAF Stückes wahrscheinlich macht? Oder kann man die Musik der beiden Pioniere des deutschen Punk, der Wegbereiter des Techno, nur unter wissenschaftlichen Aspekten auf der Suche nach Erkenntnissen bei der Einordnung avantgardistischer Musik und deren Nähe zum Kommerz anhören? Eines dürfte klar sein: nur so zum Spaß bei der Yoga-Stunde, beim Spülen oder im Supermarkt wird der Konsum dieser Klangware schwierig bis unmöglich.

Lana Del Rey – Lust For Life

Um den Sound oder besser die erzeugte Stimmung von Lana Del Rey zu beschreiben, nimmt man sich am besten den letzten Song auf ihrem aktuellen Langspieler „Lust For Life“ namens „Get Free“. Die Strophe erinnert hier stark an das melancholische „Creep“ von Radiohead, allerdings mündet der Song bei ihr nicht in ein aggressives Gitarrenriff mit ekstatischem Gesang. Bei Lana Del Rey erfolgt die „Reinigung“ oder das „Entladen“ allerhöchstens in einer schönen poppigen Melodie, die nach innen gekehrt auf den selbst gemachten Frieden hindeutet.