Levin Goes Lightly – Live in Köln (19.05.2017)

Das war noch schöner als erwartet, echt. Danke Levin, danke deinen Mitmusikern, danke wunderbar puffiges King Georg!

Nachdem er beim letzten Besuch im King Georg als Support von Die Nerven noch alles alleine machen musste (und dabei schwer überzeugt hat, ich jedenfalls bin seitdem Fan), hatte er dieses Mal Unterstützung mitgebracht. Zwei weitere junge Männer bedienten (Midi-)Schlagzeug, bzw. Bass und E-Gitarre. Levin selbst blieb das ganze Konzert über hinter seinem Synthie.

Der Bühnenaufbau war, wohl nicht nur wegen des geringen Platzangebotes auf der kleinen King Georg-Tanzfläche, sehr eng und intim gehalten und dieses Setting übertrug sich dann auch schnell auf die Beziehung zum Publikum (also bei mir jedenfalls). Die melancholischen Elemente waren so berührend, wie die euphorischen mitreißend und das Bowie (oder wahlweise Ian Curtis)-Gefühl, das man bei einigen Stücken hat, ließ einem bei geschlossenen Augen die Nackenhaare zur Bürste werden.

Für mich sind unter den zahlreichen extrem guten Songs der beiden bisherigen Platten sogar ein paar dabei, bei denen ich mir gut ein durchgedrehtes Depeche Mode-Publikum vorstellen könnte. Irgendwann wird dieser Junge vor Zehntausenden am Hockenheimring stehen und ich werde sagen, dass ich damals im King Georg war und keiner wird´s mir glauben. Das ist keinesfalls übertrieben, die Musik ist echt so gut!

Wie ich schon im Review zur neuen Platte „GA PS“ schrieb, beherrscht Levin Goes Lightly die Balance zwischen Spannungsaufbau und befreiender Auflösung perfekt und das ist live natürlich nicht die schlechteste Ausgangsbasis. Zu dritt können Levin und seine Band das auch super umsetzen. Das ist so, als ob die einen Topf Mich über Minuten kurz vor´m Überkochen halten, und aus dem kommt dann ein Regenbogen rausgeschossen. Peaktime-Momente, die man sich sonst auf den Tanzflächen entweder hart erarbeiten muß, oder biochemisch induziert, liefert Levin am Fließband.

Ok, man merkt, ich immer noch euphorisiert und dementsprechend unkritisch. Aber bitte. Hört euch Stücke wie „Speedways“ oder „O´Neill“ selbst an. Wer davon nicht ergriffen ist, der geht besser zu Linkin Park. Ich meine, ich bin meistens schlecht gelaunt, oft unfreundlich und im Allgemeinen eher ein Glas-halb-leer-Junge. Und ich musste mir nach dem Konzert enrsthaft vorwerfen lassen, ich ließe es „menscheln“.

Last night a Levin made my day ☺

Offizielle Homepage

Video: Levin Goes Lightly – „Speedways“