The Lake Poets – dto.

„When he hits you, I feel it. When he hits you, I hear you cry. When I´m older, he will not hit you. When I´m older, I´ll watch him die.“ („Black and Blue“)

Wie soll ich denn bei solch eindringlichen Texten meinen Standard runter schreiben, dass mir traurige Singer-/ Songwriter mittlerweile einfach auf die Nerven gehen? Zumal Martin Longstaff Chef des Musiker-Kollektivs The Lake Poets tatsächlich auch ein paar wirklich gute Songs raus haut.

Die elf Songs auf dem selbstbetitelten Debüt hat Longstaff, der mich gesanglich manchmal an Passanger erinnert, in nur drei Tagen in Nashville aufgenommen. Und wenn man schon mal an einem musikalisch so geschichtsträchtigen Ort ist, kann man auch ein paar illustre Gäste mit auf das Album packen. So gaben sich Drummer Chad Cromwell (Neil Young), Pedal-Steel Gitarrist Dan Dugmore (Bob Dylan), Bassist Michael Bradford (Ringo Starr) und die Academy of Country Music Award Gewinner Mike Rojas (Keyboards) und Michael Rhodes (Bass) die Klinke in die Hand – kann man mal machen.

Neben der textlichen Tiefe besticht auch das Songwriting durch ein überdurchschnittliches Niveau. Wobei ich mich auch beim Hören der The Lake Poets frage, wie viele Alben in diesem Stil noch meinen Schreibtisch kreuzen werden. Am Ende des Tages hört sich vieles eben doch gleich an. Und trotzdem handelt es sich hier um ein wirklich gutes Debüt. „Ich möchte, dass die Leute meine Songs schätzen und aus ihnen positive Energie ziehen“, erzählt Longstaff. „Meine Stücke sind manchmal melancholisch, aber sogar die dunkelsten von ihnen haben einen Funken Hoffnung in sich.“ Das würden zwar alle Baumfällerhemdtragenden Vollbärte auch sagen, dem jungen Longstaff nehme ich es allerdings ab.

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Video: The Lake Poets – „Edinburgh“